Was sich ab 2013 ändert

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Die private Pflegezusatzversicherung wird bezuschusst. Minijobber können ab Januar mehr Geld verdienen. Patienten müssen beim Arzt keine zehn Euro mehr zahlen... Ab 2013 gibt es einige Neuerungen.

Private Pflege-Zusatzversicherung

Wer ab dem 1. Januar 2013 eine private Pflege-Tagegeldversicherung abschließt, bekommt 60 Euro pro Jahr vom Staat. Voraussetzung ist, dass der Versicherte mindestens 120 Euro jährlich an Prämien einzahlt. Außerdem muss die Pflege-Tagegeldversicherung allen Interessenten offen stehen und ohne vorherige Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden können.

Unisex-Tarife

Ab sofort werden nur noch Unisex-Tarife angeboten. Der Europäische Gerichtshof beanstandete die Geschlechterdiskriminierung und sorgte für die Einführung der Unisex-Tarife ab dem 21.12.2012. Bei Unisex-Tarifen zahlen Männer und Frauen für die gleiche Versicherung den gleichen Preis. Teurer wird es für Männer bei der Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung, für Frauen bei den Risikoversicherungen.

Praxisgebühr

10 Euro beim Arztbesuch - ab dem 1. Januar 2013 ist das Thema Praxisgebühr Geschichte. Die vierteljährliche Zuzahlung wurde ersatzlos gestrichen. Bisher musste jeder gesetzlich Krankenversicherte bei jedem ersten Arzt- oder Zahnarztbesuch im Quartal sowie bei jedem Facharztbesuch ohne Überweisung 10 Euro Praxisgebühr zahlen.

Gesetzliche Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt von 19,6 auf 18,9 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 1995. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden somit um jeweils mehr als drei Milliarden Euro jährlich entlastet. Ein Durchschnittsverdiener mit einem monatlichen Gehalt von 2600 Euro brutto zahlt damit circa neun Euro weniger als bisher in die Rentenversicherung ein.

Regelaltersgrenze für die gesetzliche Rente

Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze erreicht die nächste Stufe. Die Neu-Rentner des Geburtsjahrgangs 1948 müssen 2013 für eine abschlagfreie Rente zwei Monate über ihren 65. Geburtstag hinaus arbeiten. Ab dem Jahr 2029 ist dann die Regelaltersgrenze der Rente mit 67 erreicht.

Riester, Rürup, Berufsunfähigkeit

Bei der Rürup-Rente soll die steuerliche Fördergrenze von 20.000 Euro auf 24 000 Euro angehoben werden. Riester-Spargelder sollen im Falle einer Privatinsolvenz besser geschützt sein. Die steuerlich begünstigte Absicherung von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit soll verbessert werden, ebenso der Erwerbsminderungsschutz. Die Pläne werden voraussichtlich im ersten Quartal 2013 beschlossen.

Künstlersozialkasse

Der Abgabesatz in der Künstlersozialversicherung für Kunstschaffende und Publizisten erhöht sich von 3,9 auf 4,1 Prozent. Die Abgabe müssen Unternehmen auf die Honorare an freischaffende Künstler und Publizisten bezahlen. Bis Ende 2009 lag der Abgabesatz bei 4,4 Prozent und sank auf 3,9 Prozent.

Minijob: Verdienstgrenze steigt

Für Minijobber steigt ab dem 1. Januar die Verdienstgrenze von 400 Euro auf 450 Euro. Außerdem sind Beschäftigte, die ihren Minijob im neuen Jahr beginnen, in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Bisher zahlte der Arbeitgeber pauschal 15 Prozent Rentenversicherungsbeitrag. Diesen Beitrag konnte der Minijobber bis zum normalen Beitrag aufstocken.

Ab 2013 wird das Verfahren umgedreht: Der Arbeitsgeber zahlt weiterhin 15 Prozent Beitrag für den Angestellten, dieser muss jetzt jedoch aufstocken und weitere 3,9 % aus eigener Tasche drauflegen, da der Rentenversicherungsbeitrag zum 1.1.2013 auf 18,9 Prozent gesunken ist. Der Minijobber kann sich aber unter bestimmten Voraussetzungen von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen.

Das neue Modell gilt nur für neu geschlossene Minijob-Verträge ab dem 1. Januar 2013.

Sozialversicherungswerte

Die endgültigen Sozialversicherungswerte für 2013 stehen fest. Diese finden Sie hier.