So (un)zufrieden sind die Deutschen mit dem Gesundheitssystem

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In einer aktuellen Studie wurde die Zufriedenheit der Bundesbürger mit der Gesundheitsversorgung untersucht. In welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf besteht.

(verpd) Die Bürger sind mit ihrem zweigleisigen Gesundheitssystem so zufrieden wie seit 1994 nicht mehr. Und Ärzte unterstreichen die Bedeutung der privaten Krankenversicherung (PKV) für den Bestand ihrer Praxis. Dies sind Ergebnisse eines aktuellen Gesundheitsreports, den ein Finanzdienstleister in Auftrag gegeben hat.

Die Deutschen haben das Gesundheitssystem und die Gesundheitsversorgung im vergangenen Jahr zu 82 Prozent mit gut oder sehr gut bewertet. Dies ist der höchste Wert seit 1994 und bedeutet gegenüber dem Jahr 2011 ein Plus von zehn Punkten.

Zufriedenheitsquote steigt

Entsprechend sank die Zahl der Unzufriedenen von 26 auf 16 Prozent. Zuletzt war im Jahr 1994 mit 15 Prozent ein noch besserer Wert ermittelt worden, wie aus dem jüngst vorgestellten „Gesundheitsreport 2012/13" eines Finanzdienstleisters hervorgeht. Die Studie wurde durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD Allensbach) durchgeführt.

Die Geschäftsführerin des IfD Allensbach, Professorin Dr. Renate Köcher, erklärte die hohe Zufriedenheit zum einen damit, dass Leistungskürzungen ebenso wie Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) derzeit kein Thema seien.

Privat Krankenversicherte machen sich über Behandlung kaum Sorgen

An der Qualität der Gesundheitsversorgung haben immer weniger Versicherte etwas auszusetzen. 2012 glaubten noch 39 Prozent, dass sich die Qualität verschlechtert habe. 2010 waren 51 Prozent und 2008 sogar 60 Prozent dieser Ansicht.

Es machen sich auch deutlich weniger Menschen Sorgen, dass im Krankheitsfall eine notwendige Behandlung vom Arzt aus Kostengründen nicht verschrieben wird. Insgesamt sank der Anteil von 42 Prozent im Jahr 2010 auf 31 Prozent im Jahr 2012. Allerdings gibt es einen Unterschied bei den privat oder gesetzlich Krankenversicherten. Bei den in der privaten Krankenversicherung (PKV) Versicherten machte sich nur rund jeder Zehnte solche Sorgen, bei den gesetzlich Krankenversicherten waren es jedoch 34 Prozent.

Problemfall Wartezeiten

Privatversicherte müssen zudem seltener Behandlungen selbst zahlen. Insgesamt gaben 17 Prozent der 2.102 von Allensbach befragten Bundesbürger ab 16 Jahren an, einmal Gesundheitsleistungen selbst bezahlt zu haben. In 21 Prozent der Fälle waren mehrfach Zuzahlungen zu leisten. Für Privatversicherte liegen die Werte der Einmalzahlung nur bei elf Prozent und Mehrfachzahlungen bei 18 Prozent.

Wartezeiten auf einen Termin und in der Praxis auf die Behandlung bleiben ein Thema: Etwa jeder sechste Kassenpatient und jeder fünfte Privatversicherte musste sehr lange auf einen Termin beim Arzt warten. Bei einem guten Drittel der gesetzlich Versicherten kam dies mehrmals vor, aber nur bei jedem siebten Privatversicherten. Mehrfach lange Wartezeiten in der Praxis hatten knapp die Hälfte der GKV-, jedoch nur rund ein Viertel der PKV-Versicherten.

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