Schlechte Karten für rasende Radler

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Dass es für Radler teuer werden kann, wenn sie ihre Geschwindigkeit nicht den Verkehrsbedingungen anpassen, zeigt ein aktuelles Gerichtsurteil.

(verpd) Ein Fahrradfahrer, der einen für Fußgänger und Radler freigegebenen Weg benutzt, hat seine Geschwindigkeit so einzurichten, dass er jederzeit anhalten kann. Kommt es zu einer Kollision mit einem aus einem Haus oder einer Einfahrt kommenden Fußgänger, so ist er für den Unfall in der Regel alleine verantwortlich. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt hervor (Az.: 22 U 10/11).

Ein Radler war mit seinem Velo auf einem durch das Zeichen 240 gekennzeichneten gemeinsamen Fuß- und Radweg unterwegs. Dabei blieb er an der Handtasche einer Fußgängerin hängen, die aus dem Tor eines Gemeindezentrums auf den Weg trat. Bei dem anschließenden Sturz zog sich der Radfahrer schwere Kopfverletzungen zu. Für deren Folgen machte er die Fußgängerin verantwortlich und verklagte sie vor Gericht. Denn diese hätte sich seiner Meinung nach vergewissern müssen, dass keine Gefahr durch sich nähernde Fahrradfahrer bestand, als sie den Weg betrat.

Doch mit seiner Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage hatte der Radler weder vor dem Frankfurter Landgericht noch vor dem Oberlandesgericht der Stadt Frankfurt am Main Erfolg. Sie wurde von beiden Instanzen als unbegründet zurückgewiesen.

Schrittgeschwindigkeit

Nach Ansicht der Richter hat ein Radfahrer auf einem gemeinsamen Rad- und Gehweg keinerlei Vorrang vor Fußgängern. Einen Radler treffen im Gegenteil erhöhte Sorgfaltspflichten. Das heißt, dass er seine Geschwindigkeit so einzurichten hat, dass er jederzeit anhalten kann.

„Denn Fußgänger dürfen einen gemeinsamen Fuß- und Radweg auf der ganzen Breite benutzen und dort auch stehen bleiben. Sie brauchen, da dort Radfahrer keinen Vorrang haben, nicht fortwährend nach Radfahrern, die etwa von hinten herankommen könnten, Umschau zu halten. Sie dürfen vielmehr darauf vertrauen, dass Radfahrer rechtzeitig durch Glockenzeichen auf sich aufmerksam machen", so das Gericht.

Ein Radfahrer muss auf derartigen Wegen auch stets mit Fußgängern rechnen, die aus einem Haus oder aus einer Einfahrt kommen. Er muss daher gegebenenfalls Schrittgeschwindigkeit fahren, um ein sofortiges Anhalten zu ermöglichen. Von Fußgängern kann nach Meinung der Richter nämlich nicht erwartet werden, dass sie vor dem Betreten eines gemeinsamen Rad- und Fußweges „um die Ecke schauen", um zu erkunden, ob sich auf dem Weg ein Radfahrer nähert. Das Gericht sah keine Veranlassung, eine Revision zum Bundesgerichtshof zuzulassen.

Wer selbst für seinen Schaden aufkommen muss

Nicht immer haften, wie der Gerichtsfall zeigt, andere für die gesundheitlichen Folgen eines Unfalles. Um dadurch nicht auch noch in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, ist eine private Vorsorge wichtig. Denn in der Regel reichen die gesetzlichen Absicherungen durch die Sozialversicherungen nicht aus, um beispielsweise mögliche Einkommenseinbußen, verursacht durch eine lange Krankheitsdauer oder eine eintretende Berufsunfähigkeit, auszugleichen.

Führt zum Beispiel ein Unfall, aber auch eine Krankheit, dazu, dass der Beruf auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden kann, lassen sich die dadurch verursachten Einkommenseinbußen durch eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ausgleichen.

Mit einer privaten Krankentagegeld-Versicherung lassen sich mögliche Lücken zwischen einem eventuell zustehenden gesetzlichen Krankengeld und dem bisherigen Einkommen bei unfall-, aber auch sonstiger krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit schließen. Sollten aufgrund einer bleibenden Behinderung Umbaumaßnahmen an der Wohnung notwendig werden, kann dies zum Beispiel mit einer in der privaten Unfallversicherung vereinbarten Invaliditätssumme finanziert werden.

Wir Versicherungsexperte beraten, wie eine bedarfsgerechte Absicherung erreicht wird.

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