Damit die Arbeit im Freien nicht schadet

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Wer draußen arbeitet, ist vermehrten Gesundheitsgefahren wie der Sommerhitze aber auch der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Wie man hier vorbeugen kann.

(verpd) Heiße Sommertemperaturen können für Beschäftigte, die im Freien arbeiten, gefährlich werden. Die Berufsgenossenschaften und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geben Tipps, wie sich Gesundheitsschäden vermeiden lassen.

Für alle, die im Freien arbeiten, können eine körperliche Anstrengung bei Temperaturen von 25 Grad Celsius und mehr sowie eine ununterbrochene Sonneneinstrahlung zu einem hohen Gesundheitsrisiko führen. Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Erbrechen oder die Störung des Bewusstseins sind deshalb ernst zu nehmen.

Denn dies sind erste Anzeichen für einen drohenden Hitzschlag. Deshalb sollten an heißen Tagen bis zu vier Liter getrunken werden, am besten leicht gekühltes Mineralwasser, da dem Körper durchs Schwitzen Flüssigkeit und Mineralstoffe fehlen.

Zu viel Sonne

Gesundheitsgefährdend ist es zudem, zu lange ohne Kopfbedeckung in der prallen Sonne zu sein. Denn dies kann eine Reizung und damit eine Entzündung der Hirnhäute nach sich ziehen. Ein derartiger Sonnenstich kann zum Kollaps, zu Bewusstseinstrübung, zum Koma bis hin zum Tod führen. Vor allem Menschen mit wenigen oder ohne Haare sind besonders gefährdet.

Doch nicht nur der Kopf sollte vor UV-Strahlen geschützt werden. Beschäftigte, die regelmäßig draußen arbeiten, sind nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) einer fünfmal so hohen Belastung durch UV-Strahlen ausgesetzt wie Erwerbstätige, die sich nur in geschlossenen Räumen aufhalten. Dadurch steigt auch die Krebsgefahr an.

Selbst Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor bis 30 reichen nach Angaben der BG Bau zur Vorbeugung von Hautschädigungen alleine nicht immer aus. Deshalb sollten der Kopf und der Körper entsprechend bedeckt sein. Prinzipiell empfehlen Experten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt, um krebsverdächtige Veränderungen der Haut rechtzeitig zu erkennen.

Augenschutz ist wichtig

Übrigens, auch die Augen gilt es vor zu viel Sonneneinstrahlung mit einer geeigneten Sonnenbrille zu schützen, denn eine UV-A-Strahlung, die auf das Auge einwirkt, wird von der Augenlinse absorbiert. Als Langzeitfolge kann es zum Katarakt (Grauer Star), also zur Trübung der Augenlinse kommen.

Da sich die Linse nicht selbst erneuert, muss bei einer starken Trübung eine künstliche Linse eingesetzt werden. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) werden hierzulande rund 600.000 Staroperationen durchgeführt, die zum Teil auf eine zu hohe UV-A-Lebensdosis zurückzuführen sind.

Bei der Auswahl der Sonnenbrille ist auf das CE-Zeichen und die Blendschutzkategorie 2 oder 3 zu achten. Ist das Auge durch die Brillengläser ausreichend abgedeckt, besteht ein nahezu 100-prozentiger Schutz vor UV-Strahlung. Tipps zum Thema liefert das kostenlos bei der BAuA herunterladbare Faltblatt „Sonnenbrillen – Augen auf beim Brillenkauf!".

Arbeitgeberpflicht und weiterführende Informationen

Nach dem Arbeitsschutzgesetz sind auch die Arbeitgeber in der Pflicht und müssen mögliche Gefahren für ihre Beschäftigten ermitteln, diese beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Dies gilt auch für Arbeiten im Freien, bei denen Hitze und Sonnenstrahlen als Gefahrenquellen auftauchen. So sollten Arbeitgeber wenn möglich Arbeiten in Schattenbereiche verlegen sowie die Arbeits- und Pausenzeiten auf das Klima abstimmen und beispielsweise den Arbeitsbeginn in die frühen Morgenstunden verschieben.

Zudem sollte bei hohen Temperaturen eine ständige Verfügbarkeit von geeigneten Getränken gewährleistet sein. Weitere Tipps für die Arbeit im Freien bei Hitze gibt es zum kostenlosen Herunterladen als Flyer von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bietet dazu ebenfalls online eine fünfseitige PDF-Datei zum Download an.

Umfassende Publikationen und Handlungshilfen zu diesem Thema finden sich auch online auf den Webseiten der BAuA. Ausführliche Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und Hitzewellen, Ratschläge zum vorbeugenden Gesundheitsschutz und konkrete Verhaltensmaßnahmen für den Notfall bietet der 14-seitige Ratgeber „Klimawandel und Gesundheit". Dieser kann beim Umweltbundesamt ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden.