Die Hauptursachen für Stress

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Eine aktuelle Studie einer gesetzlichen Krankenkasse kommt zu dem Ergebnis, dass der Beruf bei fast jedem zweiten Erwachsenen Stressfaktor Nummer eins ist. Doch es gibt auch einige andere Ursachen, die zu psychischen Erkrankungen führen.

(verpd) Eine vor Kurzem von der Techniker Krankenkasse veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich über die Hälfte der Erwachsenen immer wieder gestresst fühlt. Mehr als jeder Zweite hat das Gefühl, dass sein Leben in den letzten drei Jahren stressiger geworden sind. Dabei ist bei vielen nicht nur der Job alleine der Grund einer Überbelastung.

Die aktuelle Studie „Bleib locker, Deutschland" der Techniker Krankenkasse hat unter anderem untersucht, was die häufigsten Ursachen für eine psychische Überbelastung bei Erwachsenen sind. Insgesamt fühlen sich nach einer Umfrage unter 1.000 Erwachsenen in Deutschland 37 Prozent manchmal und 20 Prozent häufig gestresst. 67 Prozent der Befragen gaben an, dass sie aktuell mehr Stress haben als noch vor drei Jahren.

Für 47 Prozent der Befragten, die sich in irgendeiner Art gestresst fühlen, ist der Job die Hauptursache dafür. Nach Geschlecht aufgeteilt gaben dies als Hauptursache 43 Prozent der Frauen und 52 Prozent der Männer an.

Zu viel Perfektionismus

Ein weiterer Hauptgrund mit insgesamt 41 Prozent sind „hohe Ansprüche an sich selbst". Diesen Stressauslöser nannten mit 48 Prozent besonders viele Frauen. Bei den Männern waren es nur 35 Prozent. Weitere Faktoren, die eine psychische Belastung nach sich ziehen, sind für 34 Prozent der „Gestressten" private Konflikte, für 32 Prozent Krankheiten eines ihnen Nahestehenden und für 27 Prozent Geldsorgen. Durch diese Ursachen fühlen sich prozentual fast gleich viele Männer wie Frauen gestresst.

Weitere Auslöser einer Überforderung sind für 23 Prozent der Haushalt und für 22 Prozent die Kindererziehung. Hier sind jedoch die Unterschiede zwischen Männer und Frauen signifikant. 31 Prozent der Frauen fühlen sich durch den Haushalt gestresst. Bei den Männern sind es 14 Prozent. Und auch bei der Kindererziehung sehen sich mit 27 Prozent der Frauen deutlich mehr psychisch belastet als Männer (17 Prozent).

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse ist jeder sechste Krankschreibungstag hierzulande inzwischen psychisch bedingt. Durchschnittlich ist jede erwerbstätige Person im Alter zwischen 15 und 65 Jahren knapp zweieinhalb Tage im Jahr aufgrund einer Depression, einer Belastungs- oder Angststörung krankgeschrieben. Die häufigsten gesundheitlichen Beschwerden besonders gestresster Personen sind Rückenschmerzen und Muskelverspannungen, Erschöpfungszustände und Schlafstörungen.

Maßnahmen gegen Stress

Die Gesundheitsexperten raten Gestressten, Dinge zu ändern, die sie selbst auch ändern können. Bereits Kleinigkeiten wie den Schreibtisch aufräumen erleichtern oftmals den Arbeitsalltag. Eine vernünftige Organisation des Tages- und Arbeitsablaufes, beispielsweise sich Prioritäten zu setzen, was am Tag tatsächlich zu erledigen ist, vermeidet Stress.

Bewusste Pausen und Entspannungsübungen sorgen für mehr Ruhe. Diverse Krankenkassen beteiligen sich nach Absprache auch an den Kosten für Entspannungskurse.

Auch die eigene Erwartungshaltung sollte realistisch sein. Eine stetige Überforderung und ständige Enttäuschungen sind für diejenigen, die zu viel von sich selbst verlangen, vorprogrammiert. Wichtig ist es zudem, Nein sagen zu können, damit man in Stresssituationen nicht noch mit zusätzlichen Arbeiten und Aufgaben behelligt wird. Wer sich über längere Zeit gestresst fühlt und keine Aussicht auf Besserung sieht, sollte sich einem Arzt anvertrauen, um mögliche stressbedingte Erkrankungen zu verhindern.

Kostenlose Broschüren und Informationen

Tipps und Hilfen, wie der Einzelne mit Stress umgehen kann, ohne krank zu werden, oder wie es erst gar nicht zur Überforderung kommt, werden von diversen, auch amtlichen Stellen angeboten. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bietet unter anderem umfangreiche Informationen von den Symptomen bis zur Behandlung von Schlafstörungen, Depressionen bis hin zum Burn-out.

Das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF), das sich unter anderem mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz beschäftigt, stellt diverse Broschüren, Ratgeber und auch Linktipps für Arbeitgeber und Betroffene online zur Verfügung. Unter anderem kann hier der kostenlose 40-seitige Ratgeber „Kein Stress mit dem Stress" heruntergeladen oder auch in Papierform bestellt werden.

Mit dem Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" (psyGA) bietet die Initiative Neue Qualität der Arbeit kleineren und mittleren Unternehmen Tipps, wie sie die Überbelastung ihrer Mitarbeiter verhindern können. Unter anderem gibt es Arbeitshilfen sowie Tests zur Selbsteinschätzung.