Wann für Aushilfsjobs keine Sozialabgaben fällig sind

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Schüler und Studenten, aber auch andere Personen müssen bei einem Aushilfsjob keine gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungs-Beiträge zahlen, wenn bestimmten Kriterien erfüllt sind.

(verpd) Wer sich zum Beispiel als Schüler oder Student in den Ferien oder einer sonstigen freien Zeit durch einen Job etwas dazuverdienen will, kann sich unter Umständen die normalerweise fälligen Sozialabgaben sparen. Allerdings müssen dazu einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Während normalen Arbeitnehmern über 20 Prozent vom Lohn für Sozialabgaben wie für die Kranken- und Rentenversicherung abgezogen werden, können Schüler und Studenten, aber auch andere, komplett oder teilweise davon befreit sein, wenn sie eine Beschäftigung mit bestimmten Merkmalen ausüben.

Zum einen gilt das für eine kurzfristige Beschäftigung und zum anderen für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, häufig auch als Minijob bezeichnet.

Kurzfristige Beschäftigung

Unabhängig vom Verdienst muss zum Beispiel der Arbeitnehmer, aber auch der Arbeitgeber keine Sozialversicherungs-Beiträge entrichten, wenn jemand im laufenden Jahr lediglich eine „kurzfristige" Beschäftigung ausübt. Kurzfristig heißt, der Beschäftigte darf insgesamt nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage arbeiten. Zudem muss die zeitliche Begrenzung bereits von vornherein festgelegt sein, wie es beispielsweise oftmals bei Studenten oder Schülern der Fall ist, die nur während der Sommer- oder Semesterferien einem Ferienjob nachgehen.

Werden während eines Kalenderjahres jedoch mehrere Beschäftigungs-Verhältnisse dieser Art ausgeübt, werden diese zusammengerechnet. Ist die genannte Zeitvorgabe damit überschritten, muss der Beschäftigte unter Umständen Sozialversicherungs-Beiträge zahlen.

Regelmäßiger Verdienst bis 450 Euro

Wer längerfristig arbeiten möchte, bleibt nur dann sozialversicherungsfrei, wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt. Dabei spielen die geleisteten Arbeitstage keine Rolle. Der regelmäßige Verdienst darf jedoch auf das ganze Jahr gerechnet 450 Euro im Monat nicht überschreiten.

Zwar sind seit dem 1. Januar 2013 geringfügig Beschäftigte (Minijobber) generell rentenversicherungs-pflichtig, allerdings können sie sich mit einem Antrag von der gesetzlichen Rentenversicherungs-Pflicht befreien lassen. Nur der Arbeitgeber muss dann, wie bei einer geringfügigen Beschäftigung üblich, weiter eine Pauschale für die Renten- und Krankenversicherung zahlen. Zu beachten ist, dass das Einkommen aus einer kurzfristigen oder einer geringfügigen Beschäftigung steuerpflichtig ist.

Detaillierte Infos und weitere Besonderheiten für Studenten

Weitere Informationen zum Thema Minijob bietet die Minijob-Zentrale online oder telefonisch unter der Telefonnummer 0355 290270799. Detaillierte Hintergrund-Informationen zu Ferien- und Nebenjobs gibt die Deutsche Rentenversicherung in ihrem Webauftritt und unter der kostenlosen Service-Telefonnummer 0800 10004800. Welche Besonderheiten für Studenten gelten, steht zudem in der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Tipps für Studenten: Jobben und studieren".

Unter anderem besteht nämlich für Studenten, die regelmäßig über 450 Euro im Monat verdienen, die Möglichkeit, dass sie kranken-, pflege- und arbeitslosen-versicherungsfrei bleiben und nur einen Rentenversicherungs-Beitrag bezahlen müssen. Dazu muss jedoch das Studium Vorrang haben. Dies wird angenommen, wenn die Arbeitszeit maximal 20 Stunden pro Woche beträgt oder die Beschäftigung nur in den Semesterferien nicht mehr als 26 Wochen im Jahr ausgeübt wird.

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