Altersvorsorge: Wenn Rentner hinzuverdienen

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Viele Rentner, egal ob sie eine Alters-, Hinterbliebenen- oder eine Erwerbsminderungsrente beziehen, müssen oder wollen etwas zu ihrem Lebensunterhalt dazuverdienen. Allerdings gibt es dabei Einkommensgrenzen, die einzuhalten sind, um nicht die bisherigen Rentenansprüche zu gefährden.

(verpd) Einige Rentenbezieher müssen aufgrund ihrer niedrigen Rentenhöhe auch im Rentenalter noch Geld dazuverdienen und deshalb arbeiten. Andere wollen weiter einer Beschäftigung nachgehen, weil sie sich dadurch besser fühlen oder einfach nur um sich einige Extras mehr leisten zu können. Doch für fast alle Bezieher einer gesetzlichen Rente gelten bestimmte Hinzuverdienstgrenzen.

Die Höhe der Hinzuverdienstgrenze, also der Einkommensgrenze, bei der von der gesetzlichen Rente kein oder ein teilweiser Abzug droht, wird je nach Art der Rente unterschiedlich berechnet.

Als Zusatzeinkommen zählt unter anderem ein monatliches Bruttoarbeitsentgelt, ein monatlicher steuerrechtlicher Gewinn aus einem Gewerbebetrieb, als Selbstständiger oder aus einer Land- und Forstwirtschaft, aber auch ein vergleichbares Einkommen zum Beispiel ein Vorruhestandsgeld.

Zusatzeinkommen als Altersrentner

Wer eine Altersrente erhält und bereits die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass seine gesetzliche Rente gekürzt wird oder sogar ganz entfällt. Alle, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, haben mit 65 Jahren die Regelaltersgrenze erreicht. Bei allen anderen wird die Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Um eine Altersrente in voller Höhe weiterbeziehen zu können, darf ein Rentner maximal 400 Euro zusätzliches Einkommen haben.

Wer mehr verdient, erhält je nach Hinzuverdiensthöhe eine Teilrente in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Dritteln der bisherigen Vollrente. Die Höhe der Hinzuverdienstgrenze, ab der eine Teilrente bezahlt wird, errechnet sich aus individuellen Faktoren, unter anderem aus dem versicherten Gehalt vor Beginn der ersten Altersrente und den vom Rentner erreichten Entgeltpunkten.

Geld verdienen trotz verminderter Erwerbsfähigkeit

Personen, die eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erhalten, können in einem bestimmten Umfang hinzuverdienen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird. Die Hinzuverdienstgrenze wird für jeden Erwerbsminderungs-Rentner individuell berechnet. Die Hinzuverdienstgrenze für die erste Zeit des Rentenbezugs findet man auf der Anlage des Rentenbescheids.

Diese Grenze ändert sich jedoch laufend, da sie von der Bezugsgröße, die wiederum von der allgemeinen Lohnentwicklung beeinflusst wird, abhängt. Wer über diese Hinzuverdienstgrenze liegt, erhält je nach zusätzlicher Einkommenshöhe drei Viertel, die Hälfte oder ein Viertel der bisherigen Rentenhöhe wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder aber die Rente entfällt komplett.

Hinzuverdienstgrenzen für die Hinterbliebenenrente

Auch die Witwen-, Witwer- oder Waisenrente wird gekürzt, wenn der Hinterbliebene einen bestimmten Freibetrag – hier zählt in vielen Fällen jedoch das Nettoeinkommen – übersteigt. Witwen beziehungsweise Witwer dürfen in den ersten drei Monaten nach dem Tod des Ehepartners unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die Hinterbliebenenrente gekürzt wird. Danach gilt ein Freibetrag beziehungsweise eine Hinzuverdienstgrenze von zurzeit 741,05 Euro in den alten Bundesländern und 657,89 Euro in den neuen Bundesländern.

Dieser Freibetrag entspricht dem 26,4-Fachen des aktuellen Rentenwertes, der 2012 28,07 Euro in Westdeutschland und 24,92 Euro in Ostdeutschland beträgt. Bei Hinterbliebenen, die Kinder mit einem Anspruch auf Waisenrente erziehen, erhöht sich der Freibetrag zusätzlich um das 5,6-Fache des Rentenwertes je Kind. Waisen können bis zum 18. Lebensjahr unbegrenzt hinzuverdienen. Danach gilt ein Freibetrag von 494,03 Euro in den alten und 438,59 Euro in den neuen Bundesländern. Dies entspricht dem 17,6-Fachen des aktuellen Rentenwertes.

Kostenlose Broschüren

Wie sich die Hinzuverdienstgrenze beziehungsweise der Freibetrag je nach Rentenart genau berechnen lässt, zeigen drei neue Broschüren des Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV).

Die neuen Broschüren mit den Titeln „Altersrentner: So viel können Sie hinzuverdienen", „Erwerbsminderungsrentner: So viel können Sie hinzuverdienen" und „Hinterbliebener: So viel können Sie hinzuverdienen" können auf der Webseite des DRV kostenlos als Printversion bestellt oder auch als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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