Beschäftigtenzahl der über 65-Jährigen steigt rasant

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Vor Kurzem hat ein Wirtschaftsforschungs-Institut aktuelle Daten zur Zahl der Erwerbstätigen im Rentenalter veröffentlicht. Welche Entwicklung es hierzu gab und aus welchen Gründen über 65-Jährige noch arbeiten.

(verpd) Im Zeitraum von 2001 bis 2011 ist die Erwerbstätigenzahl um fast zehn Prozent gestiegen, bei den über 65-Jährigen ergab sich eine Verdoppelung. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei den noch arbeitenden Rentnern und Pensionären laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) um Teilzeitbeschäftigungen. Aus wirtschaftlicher Not arbeite jeder Dritte zumeist in Minijobs.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat insgesamt zwischen 2001 und 2011 um fast zehn Prozent auf 39,7 Millionen zugenommen. Bei den über 65-Jährigen ergab sich im selben Zeitraum eine Verdoppelung auf 758.800 (2001: 382.700), wobei die Hälfte als Selbstständige oder mithelfende Familienangehörige tätig waren, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Analyse festhält.

Fast 100.000 über 75-Jährige arbeiten

Einem DIW-Wochenbericht zufolge gab es in dem betrachteten Zehnjahreszeitraum keine Altersgruppe, in der die Beschäftigung noch stärker zugenommen hätte als bei der Gruppe 65 plus. Eine weitere Aufgliederung zeigt, dass sich die Zahl der noch arbeitenden über 75-Jährigen mit 99.200 (2001: 51.100) ebenfalls fast verdoppelt hat.

Dass immer mehr Menschen im Rentenalter noch einer Beschäftigung nachgehen, ist kein typisch deutsches Phänomen. Nach Auswertung von Daten des europäischen Statistikamtes (Eurostat) gab es in Finnland mit 169 Prozent den stärksten Zuwachs, gefolgt von Norwegen (117 Prozent) und Österreich (114 Prozent).

Ältere suchen vor allem Teilzeitbeschäftigung

Zwei Drittel aller Erwerbstätigen ab 65 Jahren in Deutschland arbeiten verkürzt. Von den Arbeitnehmern (Anteil: 50,8 Prozent) gehen die meisten (44,0 Prozentpunkte) einer geringfügigen Beschäftigung nach. 6,8 Prozent sind noch in Vollzeit tätig. Unter den Selbstständigen findet man lediglich unter den Soloselbstständigen eine höhere Quote an Minijobbern (16,8 Prozentpunkte). „80 Prozent des gesamten Beschäftigungszuwachses bei den über 65-Jährigen gehen auf Teilzeitjobs zurück."

Im Vergleich zu jüngeren Arbeitskräften befinden sich unter den Älteren relativ viele Führungskräfte und Personen mit akademischem Hintergrund. Andererseits gibt es in der Gruppe der arbeitenden Älteren auch recht viele Beschäftigte, die einfachen Tätigkeiten nachgehen, wie die Untersuchung weiter festhält. Danach sind ältere Arbeitnehmer häufig als Reinigungskräfte, Bürokräfte, Verkäufer, Hausmeister, Taxifahrer oder als Lagerarbeiter tätig. Insgesamt zeige sich im Zehnjahresvergleich aber eine deutliche Verschiebung hin zu einer besseren Ausbildung.

Jeder dritte Rentner muss arbeiten, um nicht arm zu sein

Im Vergleich zu allen Erwerbstätigen kommen die Älteren auf deutlich höhere Bruttostundenlöhne. Dabei verzerrt allerdings die durchschnittliche Betrachtung das Bild: Teilzeitbeschäftigte über 65 Jahre kommen im Durchschnitt auf eine Entlohnung von 44,57 Euro je Stunde. Nimmt man den Median, also genau die zahlenmäßige Mitte dieser Gruppe, dann ergibt sich ein Stundenlohn von lediglich 15,87 Euro.

Und im Median erhielten Minijobber 7,94 Euro (im Durchschnitt 13,74 Euro) je Stunde. Auch diese Entlohnung liegt über jener der unter 65-Jährigen mit 7,54 Euro (Durchschnitt: 11,91 Euro). Bei den älteren Arbeitnehmern betrug 2011 das mittlere Erwerbseinkommen genau 400 Euro im Monat. Insgesamt sei etwa jeder dritte der älteren Beschäftigten gezwungen, Geld hinzuzuverdienen, wenn ein Abgleiten unter die Armutsrisikogrenze vermieden werden soll. Dieser Anteil habe sich im Vergleich zu 2001 nicht verändert, hält die Untersuchung fest.

Mit Vorsorge den Lebensstandard sichern

Wer nicht vorhat noch im Rentenalter erwerbstätig zu sein und dennoch auch im Alter nicht auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten möchte, sollte frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen. Der Grund: Die gesetzliche Altersrente hat heute bereits bei Weitem nicht die Höhe des bisherigen Einkommens.

Diese Rentenlücke kann jedoch über eine betrieblich sowie staatlich geförderte und/oder private Anlageform geschlossen werden. Wie hoch die voraussichtliche Differenz zwischen dem bisherigen Einkommen und der zu erwartenden gesetzlichen Rente des Einzelnen tatsächlich sein wird und welche individuell passenden Altersvorsorgeformen infrage kommen, können Sie bei uns erfragen.

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