Höhere Rente durch Kindererziehung

am .

Höhere Rente durch Kindererziehung - 1.8 out of 5 based on 31 votes
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 1.79 (31 Votes)

Wer als Elternteil sein Kind selbst erzieht, kann unter bestimmten Voraussetzungen bei der Höhe der gesetzlichen Rentenansprüche profitieren. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt, worauf es ankommt.

(verpd) Normalerweise erhält man von der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) nur dann eine Rente, wenn man selbst Beiträge, beispielsweise einen bestimmten Einkommensanteil, in die GRV einbezahlt hat. Der Elternteil, der ein Kind selbst erzogen hat, hat unter Umständen einen Rentenanspruch, auch ohne dass er Beiträge an die GRV geleistet hat.

Ein Vater oder eine Mutter, aber auch ein Pflegeelternteil, das ein Kind hauptsächlich erzieht, gilt in der gesetzlichen Rentenversicherung automatisch als pflichtversichert. Das Elternteil selbst muss dafür keine Rentenversicherungs-Beiträge bezahlen. Diese übernimmt nämlich der Bund. Dadurch ergibt sich für den erziehenden Elternteil ein höherer Rentenanspruch.

Dieser Elternteil wird automatisch rentenrechtlich so gestellt, als hätte er bis maximal drei Jahre jeweils das Durchschnittseinkommen aller in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten – das sind in 2013 beispielsweise rund 34.071 Euro – verdient.

Auswirkung auf die Rentenhöhe

Für diese Zeit, die sogenannte Kindererziehungszeit, zahlt der Bund Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung entsprechend dem angenommenen Durchschnittseinkommen ein. Damit erhöht sich der Rentenanspruch des Elternteils, selbst wenn er in dieser Zeit nichts verdient. Nach Angaben des Deutschen Rentenversicherung Bund ergibt sich für ein Jahr Kindererziehung aktuell eine monatliche Rentensteigerung von 28,14 Euro in den alten und 25,74 Euro in den neuen Bundesländern.

Ist der erziehende Elternteil neben der Kindererziehung erwerbstätig, profitiert er trotzdem von der Kindererziehungszeit. Er bekommt zu seinem Rentenanspruch aus seinem Einkommen auch den Rentenanspruch aus dem Durchschnittseinkommen aller in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten angerechnet. Höchstens jedoch, bis beide Einkommen zusammen die aktuelle Beitragsbemessungs-Grenze der Rentenversicherung nicht überschreiten – für 2013 sind das monatlich 5.800 Euro in den alten und 4.900 Euro in neuen Bundesländern.

Zwei Kinder – doppelte Berücksichtigung

Die Kindererziehungszeit beginnt mit dem Monat nach der Geburt des Kindes und endet 36 Monate danach. Eltern, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, erhalten maximal zwölf Kalendermonate als Kindererziehungszeiten angerechnet. Ist beispielsweise das Kind am 20. Dezember 2012 geboren, steht dem Erziehenden eine Anrechnung der Kindererziehungszeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 zu.

Werden mehrere Kinder von einem Elternteil erzogen, multipliziert sich die angerechnete Zeit um die Anzahl der Kinder. Bei zwei Kindern, die nach dem 1. Januar 1992 geboren wurden, werden also bei den Rentenansprüchen des erziehenden Elternteils 72 Monate Kindererziehungszeiten berücksichtigt.

Nur einer hat Anspruch auf die Kindererziehungszeit

Prinzipiell steht die Kindererziehungszeit nur einem Elternteil zu, und zwar demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Wird ein Kind von beiden Elternteilen gemeinsam erzogen, erhält in der Regel die Mutter die Kindererziehungszeit. Sollte diese jedoch für den Vater gelten, muss eine entsprechende gemeinsame Erklärung von beiden Elternteilen abgegeben werden. Diese kann maximal zwei Kalendermonate rückwirkend gestellt werden.

Wer für die angerechneten Kindererziehungszeiten eine Rente bekommen möchte und bisher selbst nie in die GRV eingezahlt hat, beispielsweise in Form von Arbeitnehmerabgaben, benötigt bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze insgesamt mindestens 60 Monate an Beitragszeiten.

Mit freiwilligen Beträgen die Rentenvoraussetzung erfüllen

Werden diese alleine durch die Kindererziehungszeiten nicht erreicht, können die fehlenden Monate mittels freiwilliger monatlicher Beiträge ausgeglichen werden. Die monatliche Beitragshöhe ist frei wählbar zwischen dem Mindestbeitrag von 85,05 Euro und dem Höchstbeitrag von 1.096,20 Euro.

Nur wer vor dem 1. Januar 1955 geboren ist, kann jedoch die erforderliche fünfjährige Mindest-Versicherungszeit durch eine einmalige Nachzahlung erreichen. Allerdings muss dafür der Antrag frühestens sechs Monate vor Erreichen des Regelalters gestellt werden.

Individuelle Berechnungen

Detaillierte Informationen, wie sich die Kindererziehung auf die Rente auswirkt, bietet die aktualisierte, herunterladbare Broschüre „Kindererziehung: Ihr Plus für die Rente", herausgegeben vom Deutschen Rentenversicherung Bund. Persönliche Fragen werden unter der kostenlosen Servicetelefonnummer 0800 10004800 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) sowie bei den Beratungsstellen des DRV beantwortet.

Bei der Ermittlung, wie hoch die individuelle Altersabsicherung unter Einbeziehung der gesetzlichen und eventuell bereits abgeschlossenen privaten Altersvorsorge ist, können wir Versicherungsexperten behilflich sein.

Fordern Sie sich hier ein unverbindliches Angebot an.