So wird die Rentenhöhe berechnet

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Eine Broschüre erklärt, warum nicht nur die letzten Jahre für die Höhe der gesetzlichen Rente wichtig sind.

(verpd) Immer noch glauben viele, dass die Höhe der gesetzlichen Rente hauptsächlich von den Rentenbeiträgen, die man in den letzten Jahren der Erwerbstätigkeit einzahlt, abhängt. Doch das ist nur bedingt richtig.

Es gibt diverse Faktoren, die die Höhe der gesetzlichen Rente maßgeblich beeinflussen. Zum einen ist es wichtig, wie lange ein gesetzlich Rentenversicherter in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) eingezahlt hat. Zum anderen spielt auch die Höhe der eingezahlten Rentenversicherungs-Beiträge, und zwar gerechnet auf den ganzen Versicherungsverlauf, bei der Berechnung der Rentenhöhe eine große Rolle.

Maßgebend für die Rentenhöhe können aber auch Pflichtbeitragszeiten sein, in denen der gesetzlich Rentenversicherte zwar keinen eigenen Beitrag leistet, die ihm aber aus anderen Gründen mitangerechnet werden. Darunter fallen beispielsweise Kindererziehungszeiten und Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege. Für den Rentenanspruch relevant können zudem sogenannte beitragsfreie Zeiten wie Anrechnungszeiten, Zurechnungszeiten und Ersatzzeiten sein.

Wartezeit und Entgeltpunkte

Eine Regelaltersrente bekommt beispielsweise nur derjenige, der die Regelaltersgrenze erreicht hat und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt. Für die fünfjährige Wartezeit, auch allgemeine Wartezeit genannt, zählen zum einen, die Zeiten, in denen er selbst Rentenbeiträge beispielsweise aufgrund einer rentenversicherungs-pflichtigen Beschäftigung bezahlt hat. Doch dazu zählen aber auch andere Zeiten, wie Kindererziehungszeiten.

Die Rentenhöhe hängt zum einen von der Höhe der einbezahlten Beiträge in die GRV ab, denn daraus errechnen sich die sogenannten Entgeltpunkte.

Einen Entgeltpunkt für ein Jahr Beitragszahlung erhält ein Versicherter, wenn sein Einkommen, aus dem die GRV-Beiträge errechnet und bezahlt wurden, dem Durchschnittseinkommen aller gesetzlich Rentenversicherten entspricht. Für 2014 liegt der Durchschnittsverdienst aller GRV-Versicherten bei 34.857 Euro.

Einkommensabhängige Rente und Kindererziehungszeiten

Liegen das individuelle Einkommen und damit die bezahlten GRV-Beiträge höher, erhält der Versicherte einen höheren Entgeltpunktwert, ist es niedriger, liegt auch der Entgeltpunkt niedriger.

Wer also nur halb so viel verdient wie der Durchschnitt der GRV-Versicherten, bekommt als Versicherter für dieses Jahr nur 0,5 Entgeltpunkte gutgeschrieben.

Kindererziehungszeiten, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege und freiwillige Beitragszeiten können zu einer höheren Altersrente führen. Wer beispielsweise ab 2003 ein Kind erzieht, erhält dafür maximal 36 Monate Kindererziehungszeiten in Form von Entgeltpunkten angerechnet. Je einen Monat Kindererziehungszeit werden dem Betreffenden 0,0833 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Das ist knapp ein Entgeltpunkt pro Jahr.

Die Formen für die Rentenberechnung

Die Rentenformel für die Altersrente lautet: monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x aktueller Rentenwert x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor

Der aktuelle Rentenwert eines Entgeltpunktes beträgt seit Juli 2013 bis zum 30. Juni 2014 28,14 Euro (West) und 25,74 Euro (Ost) monatliche Rente. Der Zugangsfaktor ist normalerweise 1, außer der Versicherte geht vor oder nach der vorgegebenen Regelaltersgrenze in Rente, dann erhöht oder vermindert er sich.

Der Rentenartfaktor wird durch die Art der Rente bestimmt. Für die Altersrente beträgt er beispielsweise 1.

Informationen für eine ausreichende Altersabsicherung

Weitere Informationen zur Rentenberechnung bieten die vom Deutschen Rentenversicherung Bund vor Kurzem aktualisierten und kostenlos im Internet als PDF-Datei herunterladbaren Broschüren „Rente: So wird sie berechnet – alte Bundesländer" und „Rente: So wird sie berechnet – neue Bundesländer". Was genau unter den verschiedenen Zeiten, wie Pflichtbeitrags-, Anrechnungs- oder Zurechnungszeiten zu verstehen ist, steht unter der ebenfalls herunterladbaren Broschüre „Rente: Jeder Monat zählt".

Wer wissen möchte, welches Einkommen ihm insgesamt im Rentenalter zur Verfügung steht, kann sich von einem Fachmann aus der privaten Versicherungswirtschaft beraten lassen. Mithilfe der entsprechenden Computerprogramme kann der Experte nicht nur die persönliche gesetzliche Rentenhöhe berechnen, sondern auch das Einkommen aus sonstigen Einkünften wie Vermietungen und Kapitalanlagen mitberücksichtigen.

Zudem kann der Fachmann, auch unter Einbeziehung der Inflation, feststellen, ob das voraussichtlich verfügbare Einkommen für den bisherigen Lebensstandard im Alter ausreichen wird oder ob noch Rücklagen beispielsweise in Form einer staatlich geforderten Altersvorsorge notwendig sind.

Wir stehen Ihnen auch gerne zum Thema Altersvorsorge beratend zur Seite. Hier finden Sie unser Kontaktformular.