Noch bietet nicht jede Firma eine betriebliche Altersvorsorge

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Mitarbeiter von größeren Firmen haben im Durchschnitt immer noch die besseren Chancen, ihre Rente durch eine betriebliche Altersvorsorge aufstocken zu können, als von kleineren Betrieben, wie Studien zeigen. Und das, obwohl jeder Arbeitnehmer ein gesetzliches Anrecht darauf hat.

(verpd) Studien zeigen, dass fast alle großen und mittelständischen Betriebe in Deutschland ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbieten. Je weniger Mitarbeiter eine Firma beschäftigt, desto niedriger ist jedoch der Anteil der Betriebe, die eine entsprechende Altersabsicherungs-Lösung ihren Arbeitnehmern zur Verfügung stellen. Dabei hat seit 2002 jeder Arbeitnehmer in Deutschland das Recht, über seinen Arbeitgeber einen Teil seines Lohnes oder Gehaltes in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) einzuzahlen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wurde eine Studie erstellt, die unter anderem auch die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in kleinen und mittleren Unternehmen beleuchtete. In der Studie wurden auch 28 relevante Untersuchungen aus den letzten Jahren zur Verbreitung der betrieblichen Vorsorge berücksichtigt.

Wie die für das BMAS erhobenen Daten von der TNS Infratest Sozialforschung zeigen, gibt es vor allem bei den Kleinbetrieben ein Defizit der betrieblichen Altersvorsorge-Angebote für die dort arbeitenden Mitarbeiter.

Bei Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten ist die bAV die Regel

Insgesamt ist zwischen 2001 und 2011 der Anteil aller Firmen in der Privatwirtschaft, die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorgelösung beispielsweise in Form einer Pensionskasse, eines Pensionsfonds oder einer Direktversicherung anbieten, von 31 Prozent auf 50 Prozent gestiegen. Im Detail wurde jedoch festgestellt, dass vergleichsweise viele kleinere Betriebe keine bAV zur Verfügung stellen.

So stieg im genannten Zeitraum die Zahl der Betriebsstätten mit zehn bis 49 Mitarbeitern, die eine bAV hatten, von 84 Prozent auf 91 Prozent. Bei den Firmen mit 50 bis 99 Beschäftigten erhöhte sich der Anteil von 75 auf 97 Prozent. Und bei den größeren Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern lag der Anteil der Firmen mit einer bAV in 2011 bei nahezu 100 Prozent.

Dass insgesamt jedoch nur jeder zweite Arbeitnehmer Zugang zu einer bAV-Lösung hat, liegt an den Kleinstunternehmen. Bei den Firmen mit fünf bis neun Beschäftigten lag der Anteil der Betriebe, die 2011 eine bAV-Lösung anboten, bei 65 Prozent und bei den Unternehmen mit ein bis vier Mitarbeitern waren es nur 35 Prozent.

Warum Arbeitgeber keine bAV anbieten

Dass Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltumwandlung haben, ist den meisten Arbeitgebern jedoch bewusst. Lediglich drei Prozent zeigten sich nach Daten des BMAS vom Dezember 2011 unwissend. Das Hauptargument, keine betriebliche Vorsorge anzubieten, ist auf Arbeitgeberseite die Ansicht, dass auf Arbeitnehmerseite keine Nachfrage bestehe (69 Prozent).

Manche Arbeitgeber glauben aber auch, dass ihre Mitarbeiter bereits anderweitig abgesichert sind. Andere haben viele Saisonarbeiter oder geringfügig Beschäftigte angestellt oder zu viele alte Beschäftigte, für die sich ihrer Ansicht keine bAV mehr lohnen würde, wie sich aus weiteren Aussagen von Arbeitgebern ablesen lässt.

Erhebungen des BMAS unter Arbeitnehmern, die keine betriebliche Vorsorge haben, zeigen, dass in 48 Prozent der Fälle der Arbeitgeber gar kein Angebot gemacht hat. Weitere 18 Prozent gaben an, über andere Formen der Altersvorsorge abgesichert zu sein. Und wiederum 18 Prozent glauben, nicht über die notwendigen finanziellen Mittel zu verfügen. Dabei bietet die bAV diverse Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Arbeitnehmer können durch Steuer- und Sozialversicherungs-Ersparnisse für die Beiträge, die sie in die bAV einzahlen, ihre Abzüge vom Bruttolohn mindern. Konkret: 2014 können Arbeitnehmer bis zu 2.856 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei – das sind jährlich vier Prozent von der Beitragsbemessungs-Grenze West der Rentenversicherung und damit vier Prozent von 71.400 Euro – sowie weitere 1.800 Euro steuerfrei in einen bAV-Vertrag einzahlen. Welche Form der bAV-Vorsorge der Arbeitgeber anbietet, kann direkt beim Unternehmen erfragt werden.

Arbeitgeber wiederum können die Beiträge zur bAV als Betriebsausgaben geltend machen und Lohnnebenkosten durch Einsparungen von Sozialversicherungs-Beiträgen reduzieren.
Zudem unterstützt eine bAV eine langfristige Mitarbeiterbindung.

Wer als Arbeitgeber noch keine bAV anbietet, erfährt bei uns, welche detaillierten Vorteile dies bringt und welche Lösungen hier möglich sind. Auch ein Arbeitnehmer kann sich von uns beraten lassen, wie er die vollen Fördermöglichkeiten, die der Staat nicht nur mit der betrieblichen Altersvorsorge bietet, ausschöpfen kann.

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