GKV: Krankenkassen-Überschüsse steigen auf Rekordniveau

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Nach den vom Gesundheitsministerium für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) jüngst vorgelegten Zahlen summieren sich die Rücklagen im Gesundheitsfonds und bei den gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2012 auf über 20 Milliarden Euro.

(verpd) Laut Bundesministerium für Gesundheit stiegen die Einnahmen der gesetzlichen Kassen bis Ende Juni 2012 gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um rund 3,1 Milliarden Euro auf 94,82 Milliarden Euro. Die Ausgaben nahmen um rund 2,8 Milliarden Euro auf 92,13 Milliarden Euro zu. Größter Kostenblock waren wie bereits im ersten Quartal die Krankenhausbehandlungen.

Pro Versicherten ergab sich im ersten Halbjahr ein Ausgabenzuwachs von 3,1 Prozent. Prognostiziert war für das Gesamtjahr ein Ausgabenanstieg um 4,5 Prozent. Das Arzneimittelsparpaket zeige nach wie vor Wirkung, heißt es in der Mitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Hohe Reserven bei gesetzlichen Krankenkassen und Gesundheitsfonds

Damit erzielten die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2012 einen Überschuss von 2,7 Milliarden Euro (erstes Quartal: 1,5 Milliarden Euro). Für das zweite Halbjahr rechnet das Ministerium mit einem deutlich geringeren Überschuss. Insgesamt haben die Kassen per Ende Juni Reserven von rund 12,8 Milliarden Euro aufgebaut. Einige gesetzliche Krankenkassen zahlen mittlerweile wegen der erzielten Überschüsse ihren Versicherten Prämien zurück.

Der Gesundheitsfonds weist ein saisonbedingtes Defizit im Halbjahr von noch knapp 0,5 Milliarden Euro (erstes Quartal: 1,0 Milliarden Euro) aus, das sich im zweiten Halbjahr wegen der Rentenerhöhung zur Jahresmitte und der Sonderzahlungen an Arbeitnehmer zum Jahresende abbauen dürfte. Die Reserven im Fonds betragen den Angaben zufolge rund neun Milliarden Euro.

Wechsel ist möglich

Übrigens: Gesetzlich oder freiwillig Krankenversicherte können in der Regel wählen, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse sie versichert beziehungsweise Mitglied sein möchten. Hat man sich für eine Krankenkasse entschieden, muss man mindestens 18 Monate bei dieser Kasse bleiben (Bindungsfrist). Erst danach können Versicherte mit Frist von zwei vollen Kalendermonaten zum Monatsende ohne Angaben von Gründen kündigen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Grundsätzlich ist es aufgrund der Beweisbarkeit empfehlenswert, per Einschreiben zu kündigen. Die alte Krankenkasse ist verpflichtet, spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird zudem erst wirksam, wenn die neue Krankenkasse die Mitgliedschaft bestätigt. Versicherungspflichtige müssen diese Bestätigung innerhalb der Kündigungsfrist beim Arbeitgeber und freiwillig Versicherte bei der alten Krankenkasse vorlegen.

Achtung bei Wahltarifen der gesetzlichen Krankenkassen

Gesetzliche Krankenkassen bieten häufig auch Wahltarife an, die beispielsweise einen Selbstbehalt an den Kosten und im Gegenzug eine Betragsreduzierung durch eine Geldprämie vorsehen. Für Versicherte, die einen Wahltarif gewählt haben, gelten besondere Regelungen. Je nach Wahltarif beträgt die Bindefrist bis zu drei Jahre. Innerhalb der dreijährigen Bindungsfrist besteht kein Recht auf die beschriebene Sonderkündigung.

Für Wahltarife mit Beitragsrückerstattung, Kostenerstattung oder auch mit der Übernahme der Kosten für Arzneimittel besonderer Therapierichtungen gilt seit Januar 2011 nur noch eine einjährige Mindestbindungsfrist. Keine Änderung der dreijährigen Mindestbindungsfrist gibt es für Wahltarife, in denen Selbstbehalte vereinbart wurden, sowie für Krankengeld-Wahltarife.

GKV oder PKV

Wenn Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind, haben Sie eventuelll die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten für eine private Zusatzversicherung.

Wir Versicherungsvermittler aus Berlin beraten Sie zu allen Varianten der Krankenversicherung und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.

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