Welche Selbstzahlerleistungen beim Arzt ihr Geld wert sind

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Häufig bieten Ärzte Gesundheitsleistungen an, die die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nicht übernehmen und selbst vom Patienten bezahlt werden müssen. Diverse Informationsquellen helfen den Verbrauchern, bei der Einschätzung, welche dieser Leistungen sinnvoll sind oder nicht.

(verpd) Die sogenannten „Individuellen Gesundheitsleistungen" (kurz IGeL) haben sich im Gesundheitssektor zu einer bedeutenden Einnahmequelle entwickelt. Bei etwa 21 Millionen Anwendungen dürften sich die Umsätze auf rund 1,5 Milliarden Euro summieren, wie Fachleute schätzen. Was sich hinter diesen IGeL-Leistungen verbirgt, welche sinnvoll oder tatsächlich unnütz sind, zeigen Internetportale von Organisationen sowie Verbände von Krankenkassen und Ärzte.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hatte durch das IGES Institut (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) das Informationsangebot zu den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) untersuchen lassen. Anhand eines Kriterienkatalogs wurden die Informationen über die vom Patienten allein zu bezahlenden Zusatzleistungen überprüft. Derzeit werden über 350 dieser IGeL-Leistungen angeboten.

Was IGeL-Leistungen sind

IGeL sind Leistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht per Gesetz übernehmen müssen. Unter anderem gehören zum Beispiel Atteste und Reiseimpfungen nicht zum festgeschriebenen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und müssen von diesen daher nicht übernommen werden. Zu den IGeL-Leistungen gehören auch medizinische Maßnahmen zur Vorsorge, Früherkennung und Therapie von Krankheiten, die ebenfalls nicht im GKV-Leistungskatalog enthalten sind.

In der Regel handelt es sich um Leistungen, bei denen nicht bewiesen ist oder bewiesen werden kann, dass sie dem Wirtschaftlichkeits-Gebot gemäß Paragraf 12 SGB VI (Fünftes Sozialgesetzbuch) entsprechen. Darin heißt es, dass nur Leistungen von Patienten beansprucht und von der Kasse übernommen werden können, die „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten".

Fundierte Informationen kommen vom Medizinischen Dienst

Für Bundesverbraucher-Ministerin Ilse Aigner zeigen die Studienergebnisse, dass die Rechte der Patienten vor allem durch verlässlichere und transparentere Informationen gestärkt werden könnten. „Vor einer Maßnahme muss der Patient grundsätzlich die Gelegenheit haben, das Für und Wider der Behandlungsmaßnahme abzuwägen", sagte Aigner bei der Vorstellung der Studie.

Das vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS) seit Jahresbeginn betriebene Portal www.igel-monitor.de zeichnet sich als besonders fundiert und detailreich aus, wie die Studie feststellt. Eine positive Bewertung bekam auch die kostenlos unter www.igel-check.de der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herunterladbare Broschüre „Selbst zahlen?" sowie der kostenpflichtige Ratgeber „IGeL – Selbst zahlen beim Arzt" der Verbraucherzentrale Hamburg.

Bei den in der Studie – allerdings nicht repräsentativen – aufgeführten Tests in 50 Arztpraxen habe sich in vielen Fällen gezeigt, dass vielfach keine zuverlässigen Verbraucher-Informationen gegeben worden seien. Die Studie, die kostenfrei als PDF-Dokument zum Download steht, kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Aufklärungspflicht zu IGeL grundsätzlich beim Arzt liegen müsse.

Zusatzversicherungen

Wer als Verbraucher Leistungen über den festgeschriebenen Leistungskatalog der GKV hinaus in Anspruch nehmen will, ohne sich darum zu sorgen, ob er sich das leisten kann, kann private Vorsorge treffen. Gesetzlich Krankenversicherte können mit einer entsprechenden privaten Krankenzusatz-Versicherung Kosten, die sie normalerweise selbst tragen müssten, abfedern.

Derartige Ergänzungspolicen gibt es beispielsweise für IGel-Leistungen im Bereich Zahnarzt und Zahnersatz, Heilpraktiker, Brillen sowie für den Eigenanteil von verordneten Arznei-, Verbands- und Heilmitteln wie Massagen.

Aber auch bei stationären Behandlungen lassen sich Wunschleistungen, die nicht von der GKV übernommen werden, wie Einzelzimmer-Unterbringung oder Chefarztbehandlung, mit einer Zusatzversicherung absichern.

Wir Versicherungsvermittler aus Berlin helfen Ihnen dabei, den passenden Krankenschutz für den individuellen Bedarf und die persönlichen Wünsche zu finden.