Gewerbeversicherung: Die am meisten gefürchteten Unternehmensrisiken.

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Obwohl die Schäden durch Naturkatastrophen in immer höhere Dimensionen vorstoßen, rangieren an der Spitze der Gefährdungsliste der Betriebe ganz andere Risiken, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Manche Gefahren werden jedoch unterschätzt.

Trotz der gewaltigen Folgen des Tsunamis in Japan und vieler weiterer Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren ordnen die Unternehmen weltweit übereinstimmend rein ökonomischen Risiken nach wie vor das größte Gefahrenpotenzial zu. Bei der Einschätzung anderer Risikoarten zeigt sich ein differenzierteres Bild – und eventuell manche Fehleinschätzung.

Naturkatastrophen verursachten im vergangenen Jahr insbesondere in Asien volkswirtschaftliche Schäden in einer bislang nie erreichten Höhe. Trotzdem weisen ihnen die Unternehmen selbst in dieser Weltregion nur Platz zwei unter den Top-Fünf-Risiken zu.

Global betrachtet rangieren sie laut dem jetzt vorgelegten Risiko-Barometer eines international tätigen Versicherers an dritter Stelle nach der Angst vor ökonomischen Risiken und vor einer Betriebsunterbrechung. In den Risikoszenarien der Betriebe in Deutschland scheinen Naturkatastrophen – anders als in Amerika, aber auch in Frankreich und Großbritannien – sogar kaum noch eine Rolle zu spielen.

Deutsche Unternehmen billigen Naturkatastrophen-Risiken kaum Bedeutung zu

Die am meisten gefürchteten Risiken deutscher Unternehmer sind ökonomische Risiken, die Betriebsunterbrechungs-Gefahr, Komplexitätsrisiken, Reputationsrisiken und regulatorische Risiken. Hierzulande belegt die Angst vor Naturkatastrophen somit nicht einmal einen der ersten fünf Plätze. Angesichts der steigenden Schadenspotenziale, die Naturkatastrophen durch sozioökonomische Veränderungen, technischen Fortschritt und zunehmende Vernetzung durch globale Lieferketten bergen, könnte dies jedoch eine gefährliche Fehleinschätzung sein, so die Risikoexperten.

Noch weit stärker unterschätzt werden nach ihrer Einschätzung allerdings die IT-Risiken – und dies weltweit. Nur ein Prozent der mehr als 150 Risikomanagement-Spezialisten des Versicherers, die für die Untersuchung nach ihrer Einschätzung zur Bedeutung einzelner Risikoarten aus Sicht ihrer Kunden befragt wurden, gaben an, dass sich die Unternehmen damit auseinandersetzen.

Für die IT-Risiken fehlt es noch an Verständnis

Grund dafür sei möglicherweise, dass sich diese Risiken ständig verändern und deshalb wenig greifbar seien.

Das ganz klassische Brandrisiko wird mit nur noch drei Prozent der Nennungen nach Einschätzung der Studienautoren inzwischen jedoch ebenfalls bedenklich unterschätzt. Hier herrsche, so die Herausgeber des Risiko-Barometers, eventuell die Illusion vor, dass diese seit Langem bekannte Gefahr durch entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen sehr gut beherrschbar sei.

Betriebsunterbrechungen inzwischen überall besonders gefürchtet

Unberücksichtigt bleibe dabei jedoch, dass sich vor allem das Folgeschädenrisiko durch die Weiterentwicklung von Produktions- und Logistikprozessen inzwischen auch hier weiter verschärft habe. Insgesamt haben die Unternehmen die wachsende Bedrohung durch immer komplexere Lieferketten, „Lean Manufacturing" und „Just-in-Time"-Konzepte dagegen offenbar voll realisiert.

Betriebsunterbrechungen betrachten die Unternehmen – abgesehen von jenen im asiatisch-pazifischen Raum und von Frankreich – nach Einschätzung der Studienautoren mit insgesamt 14 Prozent der Nennungen inzwischen als zweitgrößte Bedrohung für sich. Mehr noch fürchten sie nur allgemeine wirtschaftliche Risiken wie einen Konjunktureinbruch, Währungs- und Staatsschulden-Turbulenzen oder steigende Rohstoffpreise (21 Prozent).

Wachsende Sensibilität für politische und Reputationsrisiken

Eine stark gewachsene Sensibilität gibt es außerdem offenbar überall gegenüber den Risiken durch gesetzgeberische und regulatorische Maßnahmen sowie gegenüber Reputationsschäden. 8,7 Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum sorgen sich durch die zunehmende Regulierung auf nationaler wie supranationaler Ebene um Änderungen bei der Produkthaftung, beim Verbraucherschutz sowie im Bereich Wettbewerb.

Außerdem registrierten große wie kleine Unternehmen überall mehr und mehr, dass es zu Interdependenzen und Wechselwirkungen kommen könne. So zeige das Risiko-Barometer „interessanterweise" einen Zusammenhang zwischen Umwelt- und Reputationsrisiken.

Für fast jedes Risiko eine Absicherungslösung

Für die meisten Risiken, die eine existenzielle Bedrohung für ein Unternehmen sein können, bietet die Versicherungswirtschaft diverse Absicherungslösungen. Geschäftsversicherungen wie die Inhalts-, Maschinen- und Elektronikversicherung oder auch die Betriebsunterbrechungs-Versicherung ersetzen beispielsweise im Brandfall und bei anderen Katastrophen den entstandenen Schaden. Eine Betriebs- und Produkthaftpflicht-Versicherung zahlt nicht nur, wenn ein Dritter durch Mitarbeiter oder Erzeugnisse geschädigt wurde, sondern wehrt auch unberechtigte Forderungen ab.

Zudem gibt es noch weitere Lösungen, wie eine Vertrauensschaden-Versicherung, eine Firmen- und Spezial-Strafrechtsschutz-Police, eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Manager und eine Forderungsausfall-Versicherung, die unter anderem auch wirtschaftliche Risiken abdecken.

Beratung

Welche Absicherungslösungen für die individuellen Anforderungen und den Bedarf eines Unternehmens richtig sind, kann in einem Beratungsgespräch mit uns Versicherungsexperten aus Berlin geklärt werden.