Damit der Haftpflichtschutz nicht veraltet

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(verpd) Die Privathaftpflicht-Versicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungspolicen, die ein Erwachsener haben sollte. Das wissen auch viele Bürger, daher haben rund 85 Prozent der Haushalte einen entsprechenden Versicherungsvertrag. Allerdings kann auch ein Versicherungsschutz veralten. Neue Privathaftpflicht-Policen sichern oftmals mehr Risiken ab als noch vor Jahren und auch die aktuell angebotenen Versicherungssummen sind, angepasst an die Preissteigerungen, um einiges höher. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob ein ausreichender Haftpflichtschutz besteht, um im Schadenfall keine böse Überraschung zu erleben.

Gemäß Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) muss jeder für Schäden, die er anderen zufügt, unbegrenzt haften. Da jedoch keiner gegen Missgeschicke gefeit ist, bei dem ein Dritter verletzt wird oder dessen Sachen beschädigt werden, ist für jeden eine Privathaftpflicht-Versicherung wichtig. Denn eine solche Police übernimmt nicht nur entsprechende Schäden, die der Versicherte ohne Absicht einem anderen zugefügt hat, sondern sie hilft auch, hohe oder falsche Forderungen Dritter abzuwehren.

In einer Privathaftpflicht-Police ist je nach Vertragsvereinbarung nicht nur der Versicherungsnehmer, sondern unter Umständen seine komplette Familie, also der Ehepartner wie auch die minderjährigen Kinder mitversichert. Selbst volljährige, unverheiratete Kinder können in der Police ihrer Eltern weiterversichert sein. Voraussetzung ist in der Regel, dass sich die Kinder noch in der Schulausbildung oder einer sich unmittelbar daran anschließenden ersten Berufsausbildung wie Lehre oder Studium befinden sowie eine im Vertrag genannte Altersgrenze noch nicht erreicht haben.

Versicherungssummen anpassen

Zum Glück braucht man die Versicherung oftmals jahrelang nicht. Daher fällt es oft nicht auf, wenn der Versicherungsumfang nicht mehr zeitgemäß ist. Kommt es dann jedoch zum Schadenfall, drohen existenzgefährdende Leistungslücken, die durch eine stetige Aktualisierung des Versicherungsschutzes vermeidbar sind. Beispielsweise haben viele ältere Haftpflicht-Policen zu niedrige Versicherungssummen (Fachjargon: Deckungssummen), denn im Schadenfall muss der Schädiger unbegrenzt haften. Daher gilt: je höher die Versicherungssumme, desto besser.

Insbesondere bei älteren Policen beträgt die Versicherungssumme eine Million Euro oder weniger für Personen- und Sachschäden. Ein solcher Vertrag sollte umgehend geändert werden, denn derart niedrige Deckungssummen sind schon längst nicht mehr zeitgemäß und werden heutzutage auch nicht mehr angeboten.

Die heute üblichen fünf, zehn oder mehr Millionen Euro Deckungssumme bieten entscheidend mehr Sicherheit. Schließlich soll die Police gerade auch in den seltenen Fällen extremer Schadenhöhen, wie sie beispielsweise möglich sind, wenn man versehentlich eine andere Person verletzt, den Versicherten vor dem finanziellen Bankrott bewahren.

Hinzugekommene Risiken

Der Privathaftpflicht-Versicherungsschutz gilt für die meisten privaten Lebensbereiche, aber nicht für alle. Damit nicht alle Kunden für einen Schutz bezahlen müssen, den sie nicht benötigen, können manche Risiken jedoch optional versichert werden.

In vielen älteren Policen konnten im Gegensatz zu heutigen Verträgen beispielsweise Schäden mit motorbetriebenen Kleinfahrzeugen wie Aufsitzrasenmähern, Schäden an geliehenen Sachen oder durch geleistete Gefälligkeiten wie Nachbarschaftshilfe nicht mitversichert werden. Manche heute versicherbaren Risiken wie eine Photovoltaikanlage gab es vor Jahren noch gar nicht.

Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses waren bestimmte persönliche Risiken oftmals noch kein Thema und man achtete nicht darauf, ob diese durch die Police abgesichert sind. Ein Beispiel wäre die Mitversicherung volljähriger Kinder im Vertrag der Eltern. Andere Risiken, wie das neu erbaute Einfamilienhaus, kamen erst während der Vertragslaufzeit der Privathaftpflicht-Police hinzu. Solche und andere Risiken sind heute teils optional versicherbar oder auch automatisch in neuen Policen mitversichert.

Checkliste, um Versicherungslücken zu finden

Folgende Fragen helfen, eventuelle Lücken im bisherigen Versicherungsschutz zu erkennen:

  • Sind Kinder inzwischen volljährig?
  • Lebt ein alleinstehendes Elternteil mit im Haushalt?
  • Ist man als Tagesmutter/-vater tätig?
  • Sind größere Haustiere, zum Beispiel Hunde oder Pferde, aufgenommen worden oder werden sie gehütet?
  • Wird die Jagd ausgeübt?
  • Werden Modellfahrzeuge benutzt?
  • Befinden sich Wasserfahrzeuge im Besitz?
  • Werden motorbetriebene Kleinfahrzeuge wie Aufsitzrasenmäher gefahren?
  • Sind ehrenamtliche oder berufliche Risiken dazugekommen?
  • Leiht man sich manchmal Dinge aus?
  • Hilft man gelegentlich bei Freunden oder Nachbarn unentgeltlich?
  • Ist man im Besitz von Schlüsseln, die zu einer Schließanlage an der Mietwohnung oder zum Firmengebäude des Arbeitgebers gehören?
  • Ist ein längerer Auslandsaufenthalt geplant?
  • Besteht Versicherungsschutz, wenn man von einem anderen geschädigt wurde, der keine Privathaftpflicht-Police hat und aus seinem Vermögen den Schaden nicht begleichen kann (Ausfalldeckung)?
  • Wurde ein Öltank angeschafft?
  • Ist ein Hausbau oder Umbau geplant?
  • Werden Wohnräume oder eine Einliegerwohnung im eigenen Haus vermietet?
  • Hat man eine Photovoltaikanlage auf seinem Einfamilienhaus errichten lassen?
  • Wurde eine Immobilie im Ausland erworben?

Inwieweit die genannten Risiken im Einzelfall bereits mitversichert sind, hängt von dem vereinbarten Tarif ab. Gewissheit schafft ein genauer Abgleich des persönlichen Bedarfs mit dem vorhandenen Versicherungsvertrag und den zugrunde liegenden Bedingungen.

Wer sichergehen möchte, bei der Überprüfung seines Versicherungsschutzes nichts zu übersehen, kann sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen. Auch wenn die Analyse eine Lücke im Versicherungsschutz aufzeigt, braucht man keine hohen Zusatzprämien zu befürchten, um diese abzudecken. Die aktuellen Privathaftpflicht-Policen sind nämlich – gemessen an der umfassenden Absicherung und den hohen Deckungssummen – immer noch vergleichsweise günstig.


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