Pflegebedürftigkeit

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Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die Verrichtungen des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich aber für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Masse der Hilfe bedürfen (§ 15 SGB XI).

Der Grad der Pflegebedürftigkeit richtet sich nach der Häufigkeit des Hilfebedarfs. Die Zuordnung zu einer der folgenden Pflegestufen entscheidet über die Gewährung und die Höhe der Leistungen:

Pflegestufe I der Pflegebedürftigkeit:

Erheblich Pflegebedürftige, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Pflegestufe II der Pflegebedürftigkeit:

Schwerpflegebedürftige, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Pflegestufe III der Pflegebedürftigkeit:

Schwerstpflegebedürftige, die bei der Körperpflege der Ernährung oder Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Die Pflegebedürftigkeit wird durch ein ärztliches Gutachten festgestellt.

Pflegezusatzversicherung

Die soziale und die private Pflegeversicherung bieten lediglich den vom Gesetzgeber geforderten Mindestschutz daher ist die Pflegezusatzversicherung eine sinnvolle Ergänzung der gesetzlichen Versicherungsleistung.

Gerade bei Pflegebedürftigkeit führt die langfristige Inanspruchnahme von Pflegeeinrichtungen aber zu dauerhaften finanziellen Belastungen, die meist weit über den gewährten Mindestleistungen liegen. In den meisten Fällen besteht also konkreter Bedarf für eine weitere finanzielle Vorsorge im Pflegefall. Für diese Vorsorge stehen zwei Formen zur Verfügung:

Pflegetagegeldversicherung:

Unabhängig von den aus der privaten Pflegepflichtversicherung erbrachten Leistungen wird dem Pflegebedürftigen ein nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit und der Art der Pflege gestaffeltes Tagegeld bzw. eine monatliche Summe zur freien Verfügung ausgezahlt. Kostennachweise sind nicht erforderlich.

Pflegekostenversicherung:

Eine Pflegekostenversicherung sieht umfangreiche zusätzliche Leistungen für Pflegeaufwendungen vor, die durch die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung nicht gedeckt sind.