Pflegeversicherung: Es gibt immer mehr Pflegebedürftige

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Aus einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes und des Bundesministeriums für Gesundheit geht hervor, dass die Zahl der Pflegebedürftigen stetig steigt.

Nach Angabe des Bundesministeriums für Gesundheit und des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren im Dezember 2010 in Deutschland rund 2,46 Millionen Menschen pflegebedürftig. Dies waren etwa 120.000 Personen mehr und damit ein Plus von fünf Prozent als im Vorjahr. Im Vergleich zur ersten Erhebung im Jahr 1999 ist damit die Anzahl der Pflegebedürftigen um 442.000 Personen beziehungsweise um knapp 22 Prozent angestiegen.

Wie die Statistiker meldeten, waren von den 2,46 Millionen Personen, die im Sinne des Pflegeversicherungs-Gesetzes nach SGB XI (11. Sozialgesetzbuch) als pflegebedürftig gelten, rund 1,7 Millionen auf ambulante und 760.000 Menschen auf stationäre Hilfe angewiesen. Insgesamt zahlte die Soziale Pflegeversicherung (SPV) – deren Träger die Pflegekassen sind, welche bei den gesetzlichen Krankenkassen errichtet wurden – im Jahre 2010 knapp 20,5 Milliarden Euro für die Pflegebedürftigen.

Rund 10,2 Milliarden Euro davon wurden für ambulante und 10,3 Milliarden Euro für stationäre Leistungen erbracht. Die privaten Pflegeversicherer, bei denen beispielsweise für privat Krankenversicherte eine Pflege-Pflichtversicherung besteht, erbrachten rund 700 Millionen Euro Leistungen.

Die Mehrheit der Betroffenen hat Pflegestufe I und II

Von den rund 1,6 Millionen ambulant pflegebedürftigen Mitgliedern der gesetzlichen Pflegekassen waren über 61 Prozent in der Pflegestufe I, knapp 30 Prozent in der Pflegestufe II und rund neun Prozent in der Pflegestufe III eingestuft.

Ähnlich war auch die Einstufung der über 99.000 ambulant Pflegebedürftigen, die einer privaten Pflege-Pflichtversicherung angehören. Hier waren rund 54 Prozent in Pflegestufe I, 34 Prozent in Pflegestufe II und fast 12 Prozent in Pflegestufe III. Bei nur drei Prozent der auf ambulante Pflege angewiesenen Personen kam die Härtefallregelung zur Anwendung.

Die Einstufung der etwa 715.000 Millionen stationär Pflegebedürftiger, die einer gesetzlichen Pflegekasse angehören, war wie folgt: 41 Prozent in der Pflegestufe I, 39 Prozent in der Pflegestufe II und fast 20 Prozent in der Pflegestufe III. Von den rund 43.000 stationär pflegebedürftig Personen mit einer privaten Pflegepflicht-Versicherung, waren knapp 33 Prozent in Pflegestufe I, 43 Prozent in Pflegestufe II und 24 Prozent in Pflegestufe III.

Je älter, desto hoher ist die Gefahr der Pflegebedürftigkeit

Wie die Statistiken zeigen, ist die Gefahr für den Einzelnen pflegebedürftig zu werden, umso größer, je älter er wird. Allein von den 2,29 Millionen pflegebedürftigen Personen der sozialen Pflegeversicherung waren 64 Prozent der Betroffenen 70 Jahre oder älter.

Vor dem 60. Lebensjahr wird statistisch gesehen jeder 125. Bürger ein Pflegefall, bei den 60- bis 80-Jährigen ist es schon jeder 21. und bei den über 80-Jährigen knapp jeder Dritte. Nach den aktuellen Lebenserwartungen wird laut Statistik derzeit jeder zweite Mann mindestens 80 und jede zweite Frau sogar 85 Jahre alt.

Im Hinblick auf die steigende Lebenserwartung gehen Experten davon aus, dass die Anzahl der zu Pflegenden künftig noch weiter zunehmen wird. Im Jahre 2050 wird mit rund 4,37 Millionen Pflegebedürftigen alleine in Deutschland gerechnet.

Absicherung des Pflegefallrisikos

Seit 2012 beträgt für die ambulante Pflege das gesetzliche Pflegegeld bei Pflegestufe I 235 Euro, bei Pflegestufe II 440 Euro und bei Pflegestufe III 700 Euro pro Monat. Für die Pflegesachleistung zahlt die gesetzliche Pflegekasse in Pflegestufe I bis 450 Euro, in Pflegestufe II bis 1.100 Euro und in Pflegestufe III bis 1.550 Euro monatlich.

Besonders schwer Pflegebedürftige können im Rahmen der Härtefallregelung bis zu 1.918 Euro monatliche Sachleistung erhalten. Es ist möglich, das Pflegegeld und die Sachleistungen kombiniert in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall wird das Pflegegeld anteilig um den Wert der bezahlten Sachleistungen vermindert.

Für eine vollstationäre Pflege gibt es monatlich bei Pflegestufe I 1.023 Euro, bei Pflegestufe II 1.279 Euro und bei Pflegestufe III 1.550 Euro.

Je früher, je günstiger

Ist das Einkommen des Pflegebedürftigen nicht ausreichend, um die Kosten abzudecken, kann es sein, dass der Ehepartner oder nahe Verwandte wie Kinder oder Eltern herangezogen werden. Bei ambulant Pflegebedürftigen können die Ausgaben für Pflegestufe I leicht 900 Euro, bei Pflegestufe II 2.000 Euro und bei Pflegestufe III 3.400 Euro oder mehr sein.

Für den Fall einer stationären Pflege sind je nach Pflegestufe und Pflegeaufwand auch Kosten zwischen 3.000 bis 6.000 Euro möglich. Damit im Fall des Falles für Betroffene der eingetretene Pflegefall nicht zum finanziellen Risiko und für Angehörige nicht zur Belastung wird, empfiehlt es sich bereits frühzeitig eine private Pflegezusatz-Versicherung abzuschließen.

Je früher mit einer entsprechenden Vorsorge begonnen wird, desto günstiger sind die Prämien dafür und desto eher ist man abgesichert. Denn keiner kann sich sicher sein, nicht doch bereits in jungen Jahren durch einen Unfall oder durch eine Krankheit ein Pflegefall zu werden.

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