Pflegefallrisiko und Pflegekosten steigen weiter

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Seit zehn Jahren sind die Leistungsausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung stetig angestiegen, so auch im letzten Jahr. Was der Einzelne tun kann, damit er im Pflegefall unabhängig von der finanziellen Ausstattung der gesetzlichen Pflegeversicherung gut abgesichert ist.

(verpd) 2012 haben sich die Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung nach den aktuellen Daten des Bundesministeriums für Gesundheit im Vergleich zum Vorjahr um mehr als eine Milliarde Euro erhöht. Auch die Beitragseinnahmen stiegen um 800.000 Euro, unter anderem weil im Januar 2013 der Beitrag für die Pflegeversicherung erhöht wurde. Zwar erzielte die Pflegeversicherung in 2012 noch einen leichten Überschuss, allerdings sind bereits weitere Beitragserhöhungen im Gespräch, da auch künftig mit steigenden Ausgaben zu rechnen ist.

Um ihre gesetzlich zugesagten Pflegeleistungen zu erbringen, musste die soziale Pflegeversicherung letztes Jahr rund 22,94 Milliarden Euro ausgeben. Das waren 1,02 Milliarden Euro mehr als 2011, wie der aktuellen Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zu entnehmen ist.

Strukturelle Alterung der Bevölkerung und ihre Folgen

Experten gehen davon aus, dass die Bevölkerung von heute knapp 82 Millionen bis 2050 auf 70 bis 74 Millionen Einwohner zurückgehen wird. Zudem wird eine strukturelle Alterung der Bevölkerung erwartet. Derzeit sind 61 Prozent der Bürger im erwerbsfähigen Alter von 20 bis unter 65 Jahren. 2030 werden es voraussichtlich nur noch 54 Prozent und 2050 49 Prozent sein. Gemäß dem aktuellen Demografiebericht der Bundesregierung wird erwartet, dass 2050 jeder dritte Bürger über 65 Jahre und jeder siebte sogar über 80 Jahre alt sein wird.

Dies hat vermutlich zur Folge, dass die Ausgaben der Pflegeversicherung überproportional ansteigen, denn mit zunehmendem Alter erhöht sich auch das Pflegefallrisiko. Aufgrund der demografischen Entwicklung gehen die Autoren des Demografieberichts zudem davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von heute rund 2,4 Millionen bis 2020 auf 2,9 Millionen und bis 2030 auf 3,8 Millionen Personen zunehmen wird.

Experten gehen jedoch von rückläufigen

Beitragseinnahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung aus, da immer weniger Beitragszahler zur Verfügung stehen. Schon heute ist die Pflegeversicherung nur als „Teilkaskoversicherung" konzipiert. Denn aktuell tragen pflegebedürftige Heimbewohner bis zu 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten selbst oder sind auf das Sozialamt angewiesen, wie Experten betonen. Daher ist es für den Einzelnen wichtig, frühzeitig vorzusorgen.

Schutz für einen selbst und die Angehörigen

Reicht das eigene Einkommen nicht aus, um im Pflegefall die Kosten abzudecken, können der Ehepartner oder nahe Angehörige wie Kinder oder Eltern zur Zahlung herangezogen werden. Die private Versicherungswirtschaft bietet hierzu diverse Lösungen an, um eine ausreichende finanzielle Sicherheit bei Pflegebedürftigkeit zu gewährleisten und damit auch die Angehörigen im Fall des Falles zu entlasten.

Mit einer privaten Pflegekosten-Police werden beispielsweise nach Vorleistung durch die gesetzliche Pflegeversicherung die verbleibenden Kosten ganz oder teilweise erstattet. Die Pflegetagegeld-Versicherung hingegen zahlt unabhängig von den tatsächlichen Kosten nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit einen vorher fest vereinbarten Geldbetrag je Tag. Bei der Pflegerenten-Versicherung bekommt der Versicherte, sobald er ein Pflegefall ist, je nach Pflegestufe eine vereinbarte monatliche Rente.

Unter bestimmten Bedingungen wird die private Pflegevorsorge-Versicherung des Einzelnen sogar mit bis zu 60 Euro im Jahr staatlich gefördert. Eine entsprechende Beratung, inwieweit der Einzelne aktuell im Pflegefall abgesichert ist und welche Versicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Unterstützung, mögliche Lücken schließen können, geben wir Ihnen gern.

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