Krankenversicherung: Wo und wie Kinder richtig krankenversichert sind

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Wenn es um den Krankenversicherungs-Schutz für Kinder geht, gibt es immer wieder Unklarheiten. Insbesondere die Fragen, wann und ob eine gesetzliche oder private Absicherung möglich ist, beschäftigt so manche Eltern.

18.6.2012 (verpd) Alle Eltern, die ein Kind erwarten, sollten sich schon vor der Geburt über den Krankenversicherungs-Schutz des Sprösslings informieren. Zum einen gilt es abzuklären, ob das Kind, wenn es geboren wird, automatisch krankenversichert ist oder ob ein eigener Vertrag notwendig wird. Doch auch bei älteren Kindern gibt es einiges zu beachten. Wenn sich zum Beispiel der Berufsstand oder das Einkommen eines Elternteils ändert, kann dies die Wahl des Krankenversicherungs-Trägers beeinflussen.

Es hängt von vielen Faktoren ab, ob ein Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kostenlos mitversichert ist oder ob für den Sprössling eine private Krankenvollversicherung (PKV) abgeschlossen werden kann.

Ein Elternteil pflichtversichert, der andere Geringverdiener oder ohne Arbeit

Sind beispielsweise beide Elternteile in der GKV pflichtversichert oder ist einer pflichtversichert und der andere nicht berufstätig beziehungsweise geringfügig beschäftigt, können das Kind und der nicht pflichtversicherte Ehegatte gesetzlich mitversichert werden. Dies ist für den Ehegatten oder – bei gleichgeschlechtlichen Partnern – für den eingetragenen Lebenspartner und deren Kinder bis zur Volljährigkeit kostenfrei, wenn sie kein oder nur ein geringes Einkommen haben.

Nur der Pflichtversicherte zahlt eine Prämie entsprechend dem Beitragssatz der GKV und seinem Einkommen. Das Gesamteinkommen, wie regelmäßige Miet- oder Zinseinnahmen des Mitversicherten, darf dabei nicht über 375 Euro auf den Monat gerechnet liegen. Die Verdienstgrenze für einen geringfügig Beschäftigten liegt bei monatlich 400 Euro im Jahr 2012.

Kostenlose Mitversicherung bis 25 Jahre ...

Kinder bis zum 23. Lebensjahr können ebenfalls kostenfrei in der GKV mitversichert werden, solange sie nicht erwerbstätig sind. Auch eine Mitversicherung des Nachwuchses bis zum 25. Lebensjahr ist möglich, solange er sich in einer Schul- oder Berufsausbildung wie beispielsweise einem Studium befindet oder ein freiwilliges soziales beziehungsweise ökologisches Jahr ableistet.

Selbst über das 25. Lebensjahr kann die Familienversicherung in einigen Fällen bestehen. Sie verlängert sich nämlich um den Zeitraum, für den die Schul- oder Berufsausbildung wegen eines Grundwehr- oder Zivildienstes unterbrochen oder verzögert wurde. Seit dem 1. Juli 2011 gilt dies auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung für Zeiten eines freiwilligen Wehrdienstes, eines Freiwilligendienstes nach dem Bundesfreiwilligen-Dienstgesetz, dem Jugendfreiwilligen-Dienstegesetz oder eines vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienstes. Dies gilt auch für eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer für die Dauer von höchstens zwölf Monaten.

... und darüber hinaus

Eine Mitversicherung ohne Altersgrenze besteht für Kinder, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, sofern die Behinderung während der Zeit der bestehenden Familienversicherung eingetreten ist.

Studenten über 25 Jahre zahlen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung einen festgelegten Beitrag. Dieser beträgt monatlich 64,77 für die Kranken- und 11,64 Euro beziehungsweise 13,13 Euro bei Kinderlosen ab dem 23. Lebensjahr für die Pflegeversicherung. Sie können aber auch eine private Krankenvollversicherung abschließen. Auch hier gibt es für Studenten günstige Tarife.

Wenn zwei Krankenversicherungs-Systeme aufeinandertreffen

Besonders wenn ein Elternteil einer gesetzlichen und der andere einer privaten Krankenversicherung angehört, ist die Verwirrung oft groß, ob und über wen das Kind krankenversichert ist. Wichtig ist dabei unter anderem die jeweilige Einkommenshöhe der Elternteile. Sind beide Elternteile über eine PKV abgesichert, ist das Kind privat abzusichern.

Ein Wahlrecht besteht, wenn ein Elternteil über die PKV abgesichert ist, sein Einkommen über der Jahresarbeitsentgelt-Grenze – diese beträgt in 2012 45.900 Euro im Jahr – liegt und er mehr verdient als der Elternteil, der Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist. In diesem Fall kann das Kind entweder in der PKV oder auch als freiwillig versichertes Mitglied gegen einen eigenen Beitrag in der GKV versichert werden. Eine beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist in diesem Fall ausgeschlossen.

Freie Wahl

Eine kostenlose Mitversicherung der Kinder in der GKV, aber auch eine kostenpflichtige PKV-Absicherung, ist möglich, wenn ein Elternteil zwar der PKV angehört, dessen Einkommen aber niedriger ist als das des anderen Elternteils, der über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert ist.

Das Gleiche trifft zu, wenn ein Elternteil, beispielsweise ein Selbstständiger, in der PKV versichert ist, sein Einkommen aber unterhalb der Jahresarbeitsentgelt-Grenze liegt und der andere Elternteil Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Bester Schutz für das Kind

Grundsätzlich kann für die mitversicherten Kinder zum GKV-Schutz auch eine private Krankenzusatz-Versicherung abgeschlossen werden.

Somit können auch Leistungen in Anspruch genommen werden, die über die gesetzliche Absicherung hinausgehen, beispielsweise im Bereich Zahnersatz und Kieferorthopädie, beim Heilpraktiker oder bei einem Krankenhausaufenthalt.

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