Jeder Zwölfte ist im Jahr länger als sechs Wochen krank

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Eine aktuelle Statistik zeigt, wie lange Arbeitnehmer durchschnittlich krank sind und aus welchen Gründen. Wie sich Einkommenseinbußen durch Krankheit verhindern lassen.

(verpd) Nach Angaben des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK Bundesverband) waren beschäftigte BKK Pflichtmitglieder pro Krankheitsfall letztes Jahr im Durchschnitt 13,1 Tage krankgeschrieben. Doch nicht die Kurzzeiterkrankungen von bis zu einer Woche sind für die genannte Höhe der krankheitsbedingten Fehltage verantwortlich, sondern hauptsächlich die Krankheitsfälle mit einer Dauer von sechs Wochen oder länger. Aber gerade wenn ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank ist, muss er mit Einkommenseinbußen zwischen dem letzten Nettogehalt und dem ihm zustehenden gesetzlichen Krankengeld rechnen. Doch diese Einkommenslücke kann mit der richtigen Vorsorge geschlossen werden. Der BKK Bundesverband hat für 2011 die gesundheitlichen Befunde seiner 4,8 Millionen beschäftigten gesetzlich krankenversicherten Pflichtmitglieder analysiert.

Zehn Prozent der Beschäftigten waren letztes Jahr bis zu drei Tage, 13 Prozent zwischen vier bis sieben Tage krankgeschrieben. Fast jeder dritte BKK-Pflichtversicherte war 2011 zwischen einer und sechs Wochen krankgemeldet. Insgesamt acht Prozent, und damit jeder Zwölfte, waren sechs Wochen oder länger arbeitsunfähig gemeldet. 41 Prozent waren letztes Jahr gar nicht krankgeschrieben.

Häufige Kurzzeiterkrankungen

Festgestellt wurde unter anderem, dass Arbeitnehmer am häufigsten wegen kurzfristiger Erkrankungen arbeitsunfähig waren. Am schnellsten waren Beschäftigte nach Infektionskrankheiten mit 5,7 Krankheitstagen je Fall wieder an ihrem Arbeitsplatz. Bei Krankheiten des Verdauungssystems waren Arbeitnehmer im Durchschnitt 6,3 Tage je Fall und bei Atemwegserkrankungen 6,7 Tage je Fall krankgeschrieben.

Psychische Erkrankungen verursachten mit 36,9 Arbeitsunfähigkeits-Tagen sowie Tumorerkrankungen mit 36,3 Krankheitstagen je Fall deutlich längere Fehlzeiten. Herz- und Kreislauferkrankungen führten durchschnittlich zu 21,2 Krankheitstagen je Fall, Verletzungen und Vergiftungen zu 20,1 Arbeitsunfähigkeits-Tagen, Muskel- und Skeletterkrankungen zu 19,9 sowie Stoffwechsel-Erkrankungen zu 18,5 Ausfalltagen je Fall.
Durchschnittlich waren die BKK Pflichtmitglieder 2011 pro Arbeitsunfähigkeitsfall 13,1 Tage krankgeschrieben.

Zwar sind zwei Drittel aller Krankheitsfälle kürzere Krankschreibungen von bis zu einer Woche, doch addiert man alle Krankheitstage, ergeben sich in der Summe anteilig nur 17 Prozent und damit nicht einmal ein Fünftel aller krankheitsbedingten Fehltage. Im Gegensatz dazu verursachten Langzeiterkrankungen über sechs Wochen fast die Hälfte – konkret 47 Prozent – aller Krankheitstage, und das, obwohl der Anteil der Langzeiterkrankungen an den registrierten Krankheitsfällen nur etwa vier Prozent betrug.

Gegen finanzielle Einbußen

Egal warum man krank wird, es ist für jeden, unabhängig ob Arbeitnehmer oder Selbstständiger, wichtig, dass er durch eine Arbeitsunfähigkeit nicht auch noch finanzielle Probleme bekommt. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt gesetzlich versicherten Arbeitnehmern bei einer Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, jedoch für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Für die Höhe des Krankengeldes wird zudem maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze (monatlich 3.825 Euro in 2012 beziehungsweise 3.937,50 Euro in 2013) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.

Krankentagegeldversicherung

Gut verdienende Angestellte, aber auch Selbstständige, die keine gesetzliche Absicherung haben, müssen bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. Daher ist in einigen Fällen eine Absicherung durch eine private Krankentagegeld-Versicherung sinnvoll.

Eine Beratung bei einem Versicherungsexperten hilft, den individuell notwendigen Schutz zu finden. Unsere Experten für die Krankenversicherung in Berlin beraten Sie individuell. Hier finden Sie unser Kontaktformular.