Recht haben heißt nicht automatisch Recht bekommen

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Im Alltag kann es schnell zu Streitigkeiten kommen, ob bei einem Verkehrsunfall, am Arbeitsplatz oder durch Probleme mit einer gekauften Ware. Wie man ohne finanzielles Risiko sein Recht durchsetzen kann.

(verpd) Bereits eine Klage mit einem Streitwert von 10.000 Euro verursacht in erster Instanz Anwalts- und Gerichtskosten von rund 4.000 Euro und in der zweiten Instanz teils das Doppelte. Viele schrecken daher davor zurück, ihr Recht notfalls gerichtlich einzufordern. Eine Rechtsschutz-Police nimmt einem dieses Kostenrisiko ab.

Gerade wenn es um hohe Streitwerte geht, wie zum Beispiel das Einklagen von Schadenersatz und Schmerzensgeld bei einem erlittenen Personenschaden, kann man es sich eigentlich nicht leisten, auf sein Recht zu verzichten. Doch je höher der Streitwert, desto höher ist auch das Kostenrisiko, das man bei einem Rechtsstreit trägt.

Eine Rechtsschutz-Versicherung hilft, sein Recht ohne Kostenrisiko durchzusetzen. Je nach Bedarf gibt es verschiedene Versicherungsvarianten.

Im Straßenverkehr

Kfz-Fahrer und -Besitzer können sich mit einer Verkehrsrechtsschutz-Versicherung bei Streitigkeiten rund um das Kfz absichern. Übernommen werden unter anderem die Anwalts- und Gerichtskosten, um eigene Schadenersatzansprüche nach einem Kfz-Unfall geltend zu machen.

Auch Streitigkeiten mit der Kfz-Werkstatt oder aus einem Pkw-Kaufvertrag sowie die Verteidigung in einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Verletzung von Strafvorschriften sind in der Regel versichert.

Der Versicherungsnehmer ist nicht nur als Halter oder Fahrer auch von fremden Fahrzeugen, sondern zudem als Fußgänger, Radfahrer und Fahrgast abgesichert. Darüber hinaus haben die berechtigten Fahrer und Insassen ebenfalls Versicherungsschutz.

Absicherung für den Beruf und das Privatleben

Auch privat oder beruflich kann es schnell zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen. Eine fristlose Kündigung, Probleme mit dem neuen Fernseher oder ein bleibender Gesundheitsschaden nach einem Fahrradunfall machen den Weg zum Anwalt oft unumgänglich.

Die Privat- und Berufsrechtsschutz-Versicherung hilft in diesen Fällen weiter. Unter den Versicherungsschutz fallen der Versicherungsnehmer und der Ehe- beziehungsweise der namentlich genannte Lebenspartner. Selbst deren minderjährige oder in Ausbildung stehende Kinder bis 25 Jahre sind normalerweise mitversichert. Übrigens: Bei einem Arbeitsrechtsstreit muss unabhängig vom Ergebnis jede Partei die Anwaltskosten in der ersten Instanz selbst tragen. Eine Privat- und Berufsrechtsschutz-Versicherung übernimmt im Versicherungsfall diese Kosten.

Für Firmen, Selbstständige und Landwirte gibt es spezielle Rechtsschutz-Versicherungen, die ebenfalls Streitigkeiten aus beruflichen und privaten Bereichen abdecken. Wer als Mieter oder Immobilieneigentümer kein Kostenrisiko im Streitfall eingehen möchte, kann einen Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz wählen. Dieser leistet beispielsweise bei Streitigkeiten mit dem Mieter oder auch Vermieter.

Vorsatz ist ausgeschlossen

Damit die Beiträge bezahlbar bleiben, können jedoch nicht alle Rechtsstreitigkeiten versichert werden. So gibt es in der Regel keine Rechtsschutzdeckung bei der Begehung vorsätzlicher Straftaten, bei Streitigkeiten rund um den Hausbau oder bei Verfahren wegen Halte- und Parkverstößen. Auch Erb- und Ehestreitigkeiten, die über eine Beratung hinausgehen, sind meist nicht versichert.

Außerdem gibt es Bereiche, die üblicherweise erst nach einer Wartezeit von meist drei Monaten versichert sind. Dazu gehören unter anderem Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, bei Wohn- und Grundstücks-Angelegenheiten sowie aus Verträgen.

Damit die Sicherheit besteht, dass die Kosten vom Rechtsschutzversicherer übernommen werden, ist es wichtig, dass man beim ersten Anwaltstermin die Police vorlegt, damit dieser eine Leistungszusage für den entsprechenden Rechtsstreit einholen kann.

Prämienmäßig auf der sicheren Seite

Prinzipiell ist es empfehlenswert, sich vor dem Abschluss einer Rechtsschutz-Police von einem Versicherungsexperten beraten zu lassen.

Er prüft, welche Risiken im Einzelnen bestehen und abgesichert werden können und stellt sicher, dass auch alle gewünschten Familienangehörigen den passenden Versicherungsschutz erhalten.

Zudem kann eine umfassende Beratung Geld sparen. Viele Versicherungsarten werden nämlich einzeln oder vergünstigt auch in kombinierter Form, wie der Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz, angeboten. Darüber hinaus lassen sich mit einer vereinbarten Selbstbeteiligung die Prämien reduzieren.

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