Wenn ein Kind einen Verkehrsunfall verursacht

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(verpd) Ein elfjähriges Kind, das von einem Auto erfasst wird, weil es bei Dunkelheit zwischen parkenden Fahrzeugen hindurch auf die Fahrbahn in Richtung einer auf der anderen Straßenseite befindlichen Kindergruppe läuft, ist unter bestimmten Umständen allein für die Unfallfolgen verantwortlich. Dies gilt zumindest dann, wenn der Autofahrer mit nur 20 bis 30 km/h unterwegs war und er das Kind nicht bemerken konnte, wie aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg hervorgeht (Az.: 10 U 22/12).

Ein elfjähriges Mädchen wollte bei Dunkelheit eine Fahrbahn überqueren, um zu einer auf der anderen Straßenseite wartenden Kindergruppe zu gelangen. Dazu musste es zwischen zwei parkenden Autos hindurchgehen. Einen herannahenden Pkw hatte das Kind zwar nach eigenen Angaben gesehen. Es war jedoch davon ausgegangen, die Straße noch rechtzeitig überqueren zu können.

Die Fahrerin des Pkws hatte wegen der Kindergruppe die Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs auf etwa 20 bis 30 km/h reduziert. Sie konnte das plötzlich zwischen den parkenden Autos vor ihr auftauchende Mädchen jedoch nicht mehr rechtzeitig wahrnehmen.

Alleinige Verantwortung

Die von den Eltern für ihr Kind erhobene Schmerzensgeld- und Schadenersatzklage wurde vom Naumburger Oberlandesgericht als unbegründet zurückgewiesen. Denn nach Ansicht der Richter ist das Mädchen allein für den Unfall verantwortlich. Die Autofahrerin haftet auch nicht aus der Betriebsgefahr ihres Fahrzeugs.

Gemäß Paragraf 3 Absatz 2a StVO (Straßenverkehrsordnung) sind Fahrzeugführer zwar dazu verpflichtet, sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft so zu verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Dieser Verpflichtung ist die Autofahrerin jedoch nachgekommen. Denn sie hat nachweislich ihre Geschwindigkeit um gut die Hälfte der erlaubten Höchstgeschwindigkeit reduziert, als sie die Kindergruppe wahrnahm.

Grob verkehrswidrig

Auch die Tatsache, dass sie ihre Aufmerksamkeit auf die Kindergruppe richtete, ist ihr nach Meinung des Gerichts nicht vorzuwerfen. Denn sie musste nicht mit dem weiteren, sich zwischen zwei parkenden Fahrzeugen befindlichen Kind rechnen.

Dem verletzten Kind warfen die Richter hingegen vor, sich grob verkehrswidrig verhalten zu haben. Denn in seinem Alter hätte das Mädchen grundsätzlich wissen müssen, was es tut, und dass es gefährlich und unvernünftig ist, zwischen zwei parkenden Autos vor einem herannahenden Fahrzeug die Fahrbahn zu überqueren.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme kommt hinzu, dass sie die anderen Kinder durch Zuruf davon abhalten wollte, die Straße vor dem sich nähernden Auto zu überqueren. Das Mädchen hat sich die Folgen des Unfalls daher selbst zuzuschreiben.

Umfassender Schutz für Kinder

Wie der Fall zeigt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass bei einem (Verkehrs-)Unfall immer ein anderer für die unfallbedingten Verletzungsschäden eines Kindes aufkommt. Zudem können sich Kinder auch ohne Beteiligung eines anderen, beispielsweise weil sie wegen eines Fahrfehlers vom Fahrrad stürzen, verletzen.

Die privaten Versicherer bieten diverse Lösungen, damit Eltern ihre Kinder umfassend absichern können. Beispielsweise besteht der Versicherungsschutz einer privaten Unfallpolice weltweit und rund um die Uhr. Zudem können die Leistungshöhen und die Leistungsarten bei einer privaten Unfallversicherung frei vereinbart werden. So lässt sich die Höhe einer Kapitalsumme und/oder einer Rentenzahlung, die nach einer unfallbedingten Invalidität fällig wird, entsprechend dem individuellen Bedarf frei wählen.

Zudem können optional weitere hilfreiche Leistungen wie die Übernahme von Bergungs- und Suchkosten, ein Krankenhaustagegeld oder auch kosmetische Operationskosten mitversichert werden. Sinnvoll ist aber auch eine Kinder-Invaliditäts-Versicherung. Sie zahlt eine vereinbarte Invaliditätsrente und/oder eine Kapitalsumme, wenn das versicherte Kind durch einen Unfall oder auch durch eine Krankheit einen dauerhaften Gesundheitsschaden erleidet.