Wo im Alltag das Unfallrisiko besonders hoch ist

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(verpd) Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und das Robert-Koch-Institut gehen davon aus, dass sich 2013 mehr als jeder zehnte Bürger hierzulande bei einem Unfall verletzte. Die Mehrzahl aller Unfälle ereignete sich zu Hause, beim Sport oder bei sonstigen Freizeitaktivitäten. Der gesetzliche Unfallschutz greift jedoch in der Freizeit nicht. Zudem sind bestimmte Personengruppen ebenfalls nicht gesetzlich unfallversichert. Es gibt jedoch Versicherungslösungen, die diese Absicherungslücke schließen.

Da es eine einheitliche Erfassung der Unfälle in Deutschland nicht gibt, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) die Unfallstatistiken der einzelnen Bereiche analysiert. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, in welchen Lebensbereichen die meisten Unfälle passieren. Die Experten der BAuA und der RKI schätzen, dass 2013 insgesamt 8,58 Millionen Menschen, das war rund jeder zehnte Bürger, in Deutschland einen Unfall erlitten.

Davon verunfallten rund 5,92 Millionen Personen während der Freizeit, 1,02 Millionen in der Arbeit, 1,27 Millionen in der Schule und 370.000 im Straßenverkehr. Knapp 69 Prozent der Unfälle ereigneten sich demnach in der Freizeit, also zu Hause, beim Sport oder bei sonstigen Freizeitaktivitäten, fast 12 Prozent im Beruf, nicht ganz 15 Prozent in der Schule und etwas über vier Prozent im Straßenverkehr.

Gesetzlicher Schutz mit Lücken

Rentner sowie nicht Erwerbstätige wie Hausfrauen und Kleinkinder, die keinen Kindergarten besuchen, stehen in den meisten Fällen nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Berufstätige, Kindergartenkinder, Schüler und Studenten sind meist nur bei Unfällen während einer Tätigkeit im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit oder der Betreuung beziehungsweise Ausbildung oder auf dem Hin- beziehungsweise Heimweg dorthin gesetzlich unfallversichert.

Das heißt gerade in der Freizeit, also in der Zeit, in der statistisch gesehen die meisten Unfälle passieren, greift der gesetzliche Unfallschutz nicht. Doch selbst wenn der gesetzliche Unfallschutz greift, sind die Leistungen begrenzt. Zwar können Verunfallte, die einen bleibenden Gesundheitsschaden erleiden, beispielsweise mit einer Erwerbsminderungsrente rechnen, doch diese liegt meist weit unter dem bisherigen Gehalt.

Auch die anderen sozialen Absicherungen durch die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung ersetzen bei längeren Arbeitsausfällen infolge eines Unfalles oder auch einer Krankheit das Einkommen nur zu einem Teil.

Privat unfallversichert

Um Absicherungslücken, die durch einen fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Schutz bestehen, zu vermeiden, bietet die private Versicherungswirtschaft diverse Lösungen an.

Eine private Unfallversicherung greift im Gegensatz zum gesetzlichen Unfallschutz weltweit und rund um die Uhr. Die Höhe der Kapitalsumme oder/und Rentenleistung im Invaliditätsfall kann bei einer derartigen Police nach dem individuellen Bedarf passend gewählt werden.

Weitere Zusätze wie die Übernahme kosmetisch notwendiger Opertionen nach einen Unfall in einer bestimmten Höhe sowie die Vereinbarung eines unfallbedingten Kranken- und/oder eines Krankenhaustagegeldes sind möglich. Das Krankentagegeld wird für jeden Tag ausbezahlt, an dem man infolge des Unfalles arbeitsunfähig geschrieben ist. Ein Krankenhaustagegeld wird entsprechend der Dauer eines durch einen Unfall notwendig gewordenen Klinikaufenthaltes gezahlt.

Spezielle Absicherung für Kinder und Berufstätige

Für Kinder empfiehlt sich eine spezielle Kinder-Unfallversicherung, die oftmals zusätzliche Risiken absichert. So sind hier Vergiftungen, die im Leistungsumfang einer normalen Unfallpolice normalerweise nicht enthalten sind, meist mitversichert. Je nach Vertragsvereinbarung werden auch Leistungen bei bleibenden Gesundheitsschäden durch Tollwut und Wundstarrkrampf oder Infektionen nach Tierbissen oder Tierstichen erbracht.

Einen umfassenden Schutz bietet auch eine Kinder-Invaliditäts-Versicherung. Je nach vertraglicher Vereinbarung wird eine Rente, eine Einmalsumme oder eine Kombination aus beidem ausbezahlt, wenn aufgrund eines Unfalles oder auch einer Krankheit eine dauerhafte Invalidität festgestellt wird.

Damit Berufstätige mögliche Einkommensverluste ausgleichen können, wenn sie nach einem Unfall oder einer Krankheit für längere Zeit oder gar dauerhaft keinen Beruf mehr ausüben können, empfiehlt es sich, eine Krankentagegeld- und eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abzuschließen.